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Christoph Kramer
Borussia hofft auf ihren Schrittmacher

Borussia Mönchengladbach bangt bei Fortuna Düsseldorf um Christoph Kramer
Borussias verletzter Mittelfeldmann Christoph Kramer musste die 1:5-Heimniederlage gegen Bayer Leverkusen von der Tribüne aus verfolgen. FOTO: Imago
Mönchengladbach. Wen bringt Trainer Dieter Hecking heute Abend um 18.30 Uhr im DFB-Pokalspiel bei Fortuna Düsseldorf auf der Doppelsechs? Es hängt an Christoph Kramer. Von Jannik Sorgatz

Er schießt so gut wie nie ein Tor, er versucht es nur selten, er kreiert nicht allzu viele Chancen, ist keine "Maschine" im Zweikampf, aber niemand kann abstreiten, dass es Christoph Kramer weit gebracht hat in seiner Karriere. Die zwölf Länderspiele inklusive Weltmeistertitel nimmt ihm keiner mehr, 34 Europapokalspiele hat der 26-Jährige absolviert. Und es hatte gute Gründe, dass Dieter Hecking nach dem 1:5 gegen Bayer Leverkusen gefragt wurde, ob Kramers Ausfall seine Mannschaft besonders hart getroffen habe. "Ich will das nicht auf das Fehlen von Chris Kramer schieben. Wir haben genügend erfahrene Spieler, die mal innehalten können", antwortete Hecking. Allerdings kommt Kramer diese Rolle auf seiner Position automatisch zu, ein Herzschrittmacher wird schließlich nicht in der Hüfte eingesetzt.

Auf der Doppelsechs hatte der Trainer zwei Spieler gebracht, die aufgrund ihres Alters noch "Welpenschutz" genießen. Michael Cuisance, Spitzname "Micka", ist im August 18 Jahre alt geworden, Denis Zakaria, Spitzname "Zak", wird im November 21. "Ich fand, dass sie in der ersten Halbzeit sensationell gespielt haben, mit viel Euphorie", sagte Hecking gestern. "Besonders Micka war wieder sehr umtriebig, nach der Pause dann vielleicht zu umtriebig", sagte er über den Franzosen, der für Kramer in die Startelf gerückt war. Sachlich analysierte Hecking das, was gegen Bayer nach der Pause passiert war, und betonte bei aller Kritik: "Das sind Dinge, die man diesen jungen Spielern auch zugestehen muss. Wir müssen sie führen und steuern."

Ob Cuisance und Zakaria heute eine um insgesamt sechs Tage gealterte Doppelsechs geben dürfen, hängt in erster Linie von Kramer ab. Wäre Hecking Louis van Gaal, würde er in Anlehnung an dessen einstige Einsatzgarantie für Thomas Müller sagen: "Kramer spielt immer." Seit der zurück in Gladbach ist, durfte er immer von Beginn an ran, wenn es die Gesundheit zuließ. "Spielfit" war das neumodische und zugleich schwammige Adjektiv, das Hecking gestern benutzte. Alles werde versucht, "aber wir werden kein Risiko eingehen", sagte der Trainer.

Kramer hat Fortschritte gemacht, seit er am Donnerstag mit bandagiertem Oberschenkel vom Trainingsplatz humpelte. 127 Stunden, um ihn "spielfit" zu bekommen - aber Hecking dürfte im Zweifelsfall sichergehen, dass Kramer nicht wochenlang ausfällt wie im Frühjahr. Gegen Leverkusen bekam der Trainer zwar die Bedeutung des Seniorchefs auf der Doppelsechs vorgeführt, sah aber auch, wozu Cuisance und Zakaria fähig sind, wenn nicht das komplette Team einen Blackout erleidet und das Notstromaggregat ausfällt. "Für mich haben beide am Samstag trotzdem gezeigt, dass wir noch viel Spaß mit ihnen haben werden", sagte Hecking.

In Laszlo Bénes (durfte gestern seinen Spezialschuh ablegen) und Tobias Strobl (fährt nach seinem Kreuzbandriss wieder Fahrrad) fehlen Borussia zwei Alternativen auf der Doppelsechs. In Jonas Hofmann brachte Hecking nach dem 1:3 eine weitere, doch der 25-Jährige sorgte auch nicht für mehr Stabilität. Weitere (theoretische) Optionen sind Tony Jantschke und Reece Oxford, nur würde es verwundern, wenn einer von beiden auf seiner Drittposition sein Saisondebüt feiert.

Also mit den Jungen alles beim Alten belassen, wenn Kramer ausfällt? Was Hecking von ihnen verlangt, ist klar. "Micka muss natürlich lernen, den Rhythmus fürs Spiel zu bekommen. Bei Denis ist es ähnlich", sagte Hecking. Die Aufgabe heute in Düsseldorf könnte für beide die große Chance sein, ihre Lernfähigkeit unter Beweis zu stellen.

Quelle: RP
 
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