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Borussia Mönchengladbach
Neues Nachwuchs-Internat mit doppelt so vielen Plätzen

Borussia baut ein neues Nachwuchs-Internat
Borussia baut ein neues Nachwuchs-Internat FOTO: Jannik Sorgatz
Mönchengladbach. Für 3,5 Millionen Euro baut Borussia Mönchengladbach ein neues Nachwuchs-Internat. Auch die "Herbergsfamilie" Lintjens wird Ende 2018 umziehen. Von Jannik Sorgatz

Auf der Großbaustelle neben dem Borussia-Park sind Bagger längst nicht mehr das gängigste Arbeitsgerät. Der Komplex, in dem ab Herbst 2018 ein Vier-Sterne-Hotel, ein Vereinsmuseum, ein Fanshop und ein Rehazentrum unterkommen werden, ist inzwischen fast so hoch wie das Stadion. Dafür sind die Bagger nun 200 Meter Richtung Südwesten gewandert.

Borussia baut weiter bzw. schon wieder bzw. immer noch. Gestern fand hinter dem "Fohlencampus", seit 2014 der Anlaufpunkt für die Nachwuchsmannschaften, der Spatenstich für den "Fohlenstall" statt. So heißt ab Ende des nächsten Jahres das neue Nachwuchsinternat mit Apartments für 24 Talente. Unter der Obhut der Familie Lintjens, die ebenfalls umzieht, wohnen im Internat im Borussia-Park aktuell zwölf junge Spieler, darunter (noch) der Franzose Michael Cuisance, der mit gerade einmal 18 Jahren bereits für die Profis debütiert hat.

Unterstützt wird der Verein von der Santander Bank. Wie genau die Kosten von rund 3,5 Millionen Euro für den "Fohlenstall" verteilt werden, wollte Borussias Geschäftsführer Stephan Schippers nicht verraten. Fest steht, dass die Santander ihr Engagement bis 2022 verlängert hat. Auch das das wurde gestern verkündet. Bereits seit 16 Jahren ist die Santander als Sponsor bei Borussia aktiv, seit neun Jahren als Jugend-Hauptsponsor. "Sie haben uns um die Jahrtausendwende enorm geholfen, unsere Jugendstrategie wieder zu beleben", sagte Borussias Präsident Rolf Königs. Es ist die Partnerschaft zweier direkter Nachbarn: Die Santander hat im Nordpark einen großen Standort.

Vier Stockwerke hoch wird der "Fohlenstall" sein, 2000 Quadratmeter groß. Die Talente können sozusagen direkt vom Frühstückstisch auf den Trainingsplatz spazieren. "Wir erfüllen als Verein auch eine Art Vater-Mutter-Rolle, deshalb ist es wichtig, dass wir uns dort ganz auf die jungen Spieler konzentrieren und uns auf sie einlassen können", sagte Schippers. Neben der sportlichen beinhaltet dieser Auftrag auch eine soziale und schulische Förderung.

"Die Jugendarbeit ist für uns alternativlos", sagte Borussias Manager Max Eberl, "gerade in dieser Zeit mit wahnsinnigen Transfersummen." Das Internat im Stadion habe seinen Zweck über die Jahre "großartig erfüllt, jetzt ist es aber zu klein geworden." Der Entschluss, wachsen zu wollen, habe auch mit dem Neubau direkt neben dem Stadion zu tun, durch den die Bedingungen für die Jugendlichen künftig nicht mehr optimal seien. Theoretisch könne auch das neue Internat wachsen, sagte Schippers, "aber es entspricht unserer Philosophie, sich auf die Spieler zu konzentrieren, die man hat, und nicht jede Position sechsmal zu belegen."

Eine Weile werden Bagger und Kräne also noch das Bild rund um den Borussia-Park prägen. Aber dann will der Verein, wie Eberl es gerne ausdrückt, "den nächsten Schritt" gemacht haben.

 

 
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