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Borussia Mönchengladbach
Was bringt der Sommer?

Borussias Sommer-Fahrplan 2016
Borussias Sommer-Fahrplan 2016 FOTO: Dieter Wiechmann
Mönchengladbach. André Schubert bleibt Borussias Trainer. Das hat Manager Max Eberl klargestellt. Es sollen auch keine Spieler abgegeben werden. Ob es dabei bleibt, wird sich zeigen. Von Karsten Kellermann

Die Mannschaft hat die Sache sportlich zu 99 Prozent geklärt. Das eine Prozent Wahnsinn, das dem Fußball zuzutrauen ist, sollte man ihm zugestehen. Da dieser Wahnsinn aber nicht passieren wird, wird Borussia am Samstag nach dem letzten Saisonspiel in Darmstadt Vierter der Bundesliga-Tabelle sein und damit für die Teilnahme an den Play-offs zur Champions League qualifiziert sein. Am 16./17. sowie 23./24. August sind die Spiele, die Gladbach noch von der europäischen Meisterklasse trennen.

Dass Trainer André Schubert sein Team auf die neue Spielzeit vorbereiten wird, wurde in den vergangenen Tagen zuweilen in Zweifel gezogen, weil es Gerüchte gab, er könne abgelöst werden. Gestern jedoch hat Sportdirektor Max Eberl diese skurrile Debatte ein für alle Mal beendet: "Ich denke, dass wir hier in den letzten Jahren sehr erfolgreich gearbeitet haben und in dieser Zeit immer geradlinig waren. Also: Wer unsere Arbeit in den letzten Jahren verfolgt hat, der weiß, dass André Schubert in der nächsten Saison unser Trainer ist", wurde Eberl auf der Internetseite des Klubs zitiert. Der Manager hat die Trainerfrage zu 100 Prozent beantwortet: Ja, Schubert ist und bleibt Trainer.

Geht es nach den jüngsten Gerüchten um Granit Xhaka, besteht auch in dieser Sache Klarheit: Er verlasse Gladbach und gehe zum FC Arsenal nach London, heißt es. Für 30 bis 40 Millionen Euro. "Wir werden um Granit kämpfen", hatte Eberl am Samstag allerdings versichert. Für die kolportierte Summe würde er wohl nicht in Verhandlungen einsteigen. Es ist damit zu rechnen, dass er den Schweizer unter 45 Millionen Euro nicht abgeben wird, vermutlich müssten es sogar über 50 Millionen sein. Am liebsten würde Eberl den Kapitän aber behalten. Und Xhaka kann sich auch vorstellen zu bleiben. Was tatsächlich wird, soll möglichst vor dem Start der EM in einem Monat geklärt werden.

Doch gerade wegen des Turniers in Frankreich und dem zu erwartenden Transferwahnsinn durch das viele Geld in England, ist vermutlich schwer zu sagen, was dieser Sommer tatsächlich noch bringen wird. So kann Eberl derzeit nur vom "Stand jetzt" berichten. "Wir sind stabil und können bei sportlichem Erfolg investieren. Und den haben wir als Vierter", sagte er. Eberl kann vorerst rund zehn Millionen Euro einplanen, weil die Teilnahme an der Europa League sicher ist. Etwa fünf Millionen Euro dürften die Play-offs zusätzlich einbringen. "Transfererlöse gibt es keine – und wir sind auch nicht interessiert, Spieler abzugeben", stellte Eberl klar.

Borussia hat ein starkes Team beisammen, eines, das viele Optionen bietet. Allerdings fallen in Martin Stranzl, Roel Brouwers und Martin Hinteregger drei Verteidiger weg, in Havard Nordtveit ein flexibler Defensivspieler - und der Stürmer Branimir Hrgota. Da muss nachgebessert werden. Tobias Strobl (25) aus Hoffenheim wird quasi der neue Nordtveit – "und wir haben auch schon gute Ideen, was die anderen Personalien betrifft", gab Eberl bekannt.

Der lange Verteidiger Jannik Vestergaard (23) soll aus Bremen kommen, zudem Mamadou Doucoure (17) aus Paris. "Gute Spieler entwickeln und kreieren, gute Spieler fördern - aber auch gute Spieler finden, diese Symbiose ist es, die wir verfolgen", erklärte Eberl zuletzt im RP-Interview noch mal den "jungen Weg", der auch den Zukauf von Talenten beinhaltet: Spieler die Andreas Christensen und Nico Elvedi, die unter Schubert in dieser Saison den Durchbruch schafften. Für Doucoure wären sie passende Vorbilder.

Ein Vorbild an Mentalität ist André Hahn, der Held der vergangenen Wochen. Eine "brachiale Art des Fußballs", attestiert Eberl dem "Superstürmer, der mit seiner Körperlichkeit eine wichtige Rolle spielt". Auch Schubert hat Spaß am "Mentalitätsmonster". Hahn selbst geht davon aus, dass er sich seit seinem Comeback "gut positioniert hat" für die neue Saison.

In der jedoch könnte es vorn neue Konkurrenten geben. "Ob es noch etwas on Top gibt, werden wir sehen", deutete Eberl an. Meint er Kevin Volland (Hoffenheim), der wie Hahn als Mann mit viel Mentalität gilt? Ein solcher Transfer indes würde wohl nur möglich, wenn a) die Champions League erreicht würde (plus 20 Millionen Euro) oder b) doch noch Spieler gehen würden. Letzteres dürfte letztlich eine Frage der Situation sein. Beispielsweise, wenn lukrative Anfragen betuchter Klubs kommen. So soll Englands Meister Leicester an Thorgan Hazard interessiert sein. Es gibt möglicherweise weitere Borussen, die bei anderen Klubs Begehrlichkeiten geweckt haben. Es wird vielleicht ein spannender Sommer.

Quelle: RP
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