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Halbfinale bringt Wales in Schwierigkeiten
Zwei Hochzeiten und ein Knöllchen

Waliser spielen nach Sieg mit ihren Kindern
Waliser spielen nach Sieg mit ihren Kindern FOTO: dpa, hak
Lyon. Die Halbfinal-Teilnahme von Wales bringt die Protagonisten in Schwierigkeiten. Joe Ledley wollte eigentlich heiraten, Chris Gunter muss seinem Bruder als Trauzeuge wohl einen Korb geben und TV-Experte Dean Saunders hat derweil Parkplatz-Probleme in der Heimat.

Joe Ledley hatte wohl nicht an den Erfolg geglaubt. Der walisische Mittelfeldspieler wollte am vergangenen Samstag in Ibiza eigentlich seine Verlobte Ruby May Ridgeway heiraten. "Er hat es offensichtlich schon vor einer langen Zeit geplant, vor der Qualifikation", erklärte Superstar Gareth Bale vor dem Halbfinale gegen Portugal am Mittwoch in Lyon mit einem Lächeln im Gesicht.

Verteidiger Chris Gunter verpasst zwar nicht die eigene Hochzeit, aber immerhin die Trauung seines Bruders Marc am Donnerstag im mexikanischen Cancun. Er war dabei sogar als Trauzeuge vorgesehen. Doch die moderne Technik löst zumindest einen kleinen Teil des Problems.

"Ich glaube, das wäre die erste Rede eines Trauzeugen via Skype", sagte Gunter vor einer Woche. Inzwischen hat sich die Terminkollision zu einem kleinen Familien-Drama ausgeweitet. Denn die Eltern der beiden Brüder mussten sich entscheiden, zu welchem besonderen Tag im Leben ihrer Söhne sie denn nun gehe wollenn. Gewonnen hat der Fußball.

"Mama ist ein bisschen verärgert, weil sie wählen musste. Das hat Chaos verursacht, das kann man sich nicht vorstellen", sagte Gunter dem "Mirror". "Ich bin mir nicht sicher was Marc tun wird, wenn wir das Finale erreichen. Kann sein, dass er bis dahin schon wieder geschieden ist."

Eine Ablenkung durch das Terminchaos sieht zumindest Bale nicht. "Die Jungs sind vollfokussiert auf ihre Aufgabe und ich bin sicher, sie werden ihre Angelegenheiten neu organisieren."

Das Duo ist nicht alleine mit Terminproblemen. Auch wenn er verpasste Termin von Neil Taylor vergleichsweise harmlos daherkommt. Taylor wollte mit seiner Frau eigentlich zu einem Beyoncé-Konzert in Cardiff gehen. Auch daraus wurde nichts. Er wird es bei Eintrittspreisen von rund 150 Euro wohl verschmerzen können.

Saunders parkt falsch

Auch Dean Saunders wird sich in Zukunft noch eine warme Mahlzeit leisten können. Auch wenn der frühere walisische Nationalspieler etwas tiefer in die Tasche greifen muss, denn der Erfolg der "Drachen" kommt ihn unter dem Strich recht teuer zu stehen.

Weil der heutige BBC-Experte nur mit einer Stippvisite bei der EM rechnete, stellte er seinen Wagen auf einem Kurzzeitparkplatz am Flughafen in Birmingham ab. Doch mit jedem Sieg der Waliser steigen auch Saunders' Parkkosten.

Die Strafzettel belaufen sich schon auf über 1200 Euro und täglich kommen 120 hinzu. Hilfe hat nun der Flughafen selbst angeboten. Sollte Wales den Titel holen, wird die Park-Rechnung übernommen. Selbst das scheint ja inzwischen nicht mehr unmöglich.

(are/can/dpa)
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