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Fortuna Düsseldorf
Azzouzi sieht Bolly auf gutem Weg

Bolly sprintet den Freiburgern davon und erzielt das 1:1
Bolly sprintet den Freiburgern davon und erzielt das 1:1 FOTO: Falk Janning
Düsseldorf. Fortunas Sportdirektor versteht die Aufregung um die muskulären Probleme des Mittelfeldspielers nicht. Von Thomas Schulze

Frank Kramer war guter Dinge, als er im Sommer nach Düsseldorf kam. Er war felsenfest davon überzeugt, dass er die Talfahrt des Zweitligisten, der die schlechteste Mannschaft der Rückrunde gewesen war, stoppen kann. Und er war auch felsenfest davon überzeugt, dass Mathis Bolly bei gut dosiertem Training zu einer festen Größe in der Mannschaft werden kann. Die ersten Saisonspiele sind absolviert, Fortuna Tabellenletzter und Bolly erneut verletzt. Zwei Fakten, die zumindest allzugroße Zuversicht dämpfen und für Ernüchterung sorgen. Wie sagt der erfahrene Co-Trainer Peter Hermann: "Entwicklungen kommen nicht über Nacht, es bedarf harter Arbeit."

Trotz der schwachen Zwischenbilanz wird Fortunas sportlicher Führung in der Landeshauptstadt äußerst viel Wohlwollen entgegengebracht. Das ist berechtigt, denn derartig große Umbruchsituationen, wie sie die Fortuna derzeit durchmacht, verlaufen nie glatt, sondern immer holprig.

Dennoch ist Sportdirektor Rachid Azzouzi unzufrieden. Ihm schmeckt es überhaupt nicht, dass die Verletzung von Mathis Bolly erneut ein Thema ist. Der 24 Jahre alte Mittelfeldspieler hatte beim Punktspiel in Nürnberg in der 41. Minute verletzt das Feld verlassen. Jetzt hatte er bestätigt, dass mithilfe einer Kernspintomographie ein Muskelfaserriss diagnostiziert wurde.

"Ich finde es schade, dass das jetzt so zum Thema gemacht wird", sagt Azzouzi. "Für den Jungen wäre es vom Kopf her wichtig, dass das nicht so hoch gehängt wird. Es soll nicht verheimlicht werden, aber auch kein großes Thema sein. Es dauert ein paar Tage und gut ist."

Dass sich die Fans ob der immer wieder kehrenden muskulären Probleme des Sprinters sorgen, ist eigentlich selbstverständlich. Azzouzi tritt allerdings jeglichen Spekulationen energisch entgegen: "Mathis hat einen gewaltigen Sprung gemacht. Sechs Spiele am Stück wie jetzt, hat er vorher lange nicht gemacht. Das ist jetzt ein kleiner Rückschlag, aber er ist auf einem guten Weg. Es wird nicht lange dauern, er wird wiederkommen."

Dass Azzouzi derart emotional auf Bollys Verletzung reagiert, hat einen guten Grund. Ähnlich wie der Mannschaft gelingt es auch dem Verein zu selten, Akzente zu setzen. Der Versuch, lediglich mit Hilfe von Kontrolle Situationen zu beherrschen, ist zum Scheitern verurteilt. So mangelt es oft an der notwendigen Professionalität im Umgang mit Themen. Nur wenn der Verein frühzeitig offensiv Themen anpackt und sie im Dialog erläutert, kann er die Diskussion mitgestalten.

Quelle: RP
 
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