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Fortuna Düsseldorf
Fortuna will keinen Investor

Düsseldorf. Vor der Mitgliederversammlung am Sonntag sieht Aufsichtsratschef Reinhold Ernst den Klub auf einem guten Weg. "Solange ich im Amt bin, wird es keinen Investor geben", stelllt er klar. Von Bernd Jolitz

Mitgliederversammlungen sind ein wichtiger Gradmesser für die Stimmung in einem Verein. Bei Sportklubs hängt diese im besonderen Maße von der sportlichen Situation ab - und da trifft es sich für Fortuna Düsseldorf gut, dass der Zweitligist zuletzt zwei Punktspielsiege in Folge feierte und sich in der Tabelle in Schlagdistanz zur Spitzengruppe etabliert hat.

Wenn sich die Mitglieder also am Sonntag um 12 Uhr in der Arena treffen, wird ihre Mehrzahl mit der sportlichen Lage äußerst zufrieden sein. Dies erst recht, falls die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel sich im heutigen DFB-Pokalspiel bei Hannover 96 (18.30 Uhr) durchsetzen sollte. Doch obwohl Spieler und Trainer weit besser in die Saison gekommen sind, als viele es nach dem Fast-Abstieg und der starken Verjüngung des Kaders befürchtet hatten, will sich der Aufsichtsratsvorsitzende nicht allein auf diesen Aspekt verlassen. "Es war schon ein ziemlicher Kraftakt, den wir angegangen sind", sagt Reinhold Ernst. "Nicht allein sportlich. Wir mussten das Ruder mit der Installation des Vorstandsvorsitzenden Robert Schäfer und der Verpflichtung Funkels herumreißen. Davon werde ich auf der Versammlung noch einmal berichten."

Die am Dienstag beendete Reise Schäfers in die USA wird dabei jedoch keine Rolle spielen. In den sozialen Medien hatten einige Fans befürchtet, der Vorsitzende könne in Übersee womöglich Gespräche mit einem Großinvestor nach dem Vorbild von 1860 München oder gar RB Leipzig führen. Solchen Gerüchten tritt Ernst deutlich entgegen: "Solange ich im Amt bin, wird es keinen Investor geben. Ich möchte den Verein Fortuna Düsseldorf erhalten."

Bei diesem Unterfangen weiß der Anwalt seine Führungskollegen an seiner Seite, und mit Blick auf Sonntag hofft er, möglichst viele Mitglieder auf dem Weg der Stabilisierung des Vereins mitzunehmen. "Die sportliche Leitung mit Friedhelm Funkel und Peter Hermann, dem Sportvorstand Erich Rutemöller sowie dem gesamten Team dahinter leistet hervorragende Arbeit, bestens geführt von Robert Schäfer", erklärt der Aufsichtsratschef - und unterschlägt dabei, dass er selbst bei allen Weichenstellungen eine wesentliche Rolle gespielt hat. Dafür unterstreicht er seinen Eindruck, der Vorstand, zu dem noch Finanzchef Paul Jäger und Sven Mühlenbeck gehören, habe sich zu einem funktionierenden Gremium zusammengefunden.

Am Sonntag können die Mitglieder Fortunas Weg freilich nur in Form von Diskussionsbeiträgen stützen oder kritisieren, denn Wahlen zum Aufsichtsrat stehen nicht an. "Gerade der Austausch mit den Mitgliedern ist mir aber sehr wichtig", versichert Ernst. "Es wird zwar viel im Internet diskutiert, aber ich kann ja nicht jedes Posting dort kommentieren. Deshalb habe ich schon manchen Kritiker mit einem Anruf überrascht, suche das Gespräch. Ich würde mir aber wünschen, dass das auch bei der Versammlung geschieht."

Damit dies besser gelingt, hat Fortuna auf ein elektronisches Stimmabgabesystem (für Entlastungen und Wahlen zum Wahlausschuss) umgestellt. "So gewinnen wir Zeit, die wir für Fragen und Diskussionen nutzen wollen." Über die Mannschaft, "deren Mix gut klappt und die Spaß macht", aber auch über sensible Themen. "Es ist noch ein gutes Stück Weg zu gehen", sagt Ernst, "aber der Boden ist bereitet."

Quelle: RP
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