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Frauen-WM
Erfolg an der Fernbedienung

Lloyd verwandelt zweifelhaften Elfmeter gegen DFB-Elf
Lloyd verwandelt zweifelhaften Elfmeter gegen DFB-Elf FOTO: afp, mp
Meinung Die Bedeutung des Frauenfußballs in Deutschland lässt sich in Zahlen ausdrücken. 2,63 Millionen haben das Halbfinalspiel der Mannschaft von Trainerin Silvia Neid gesehen - und das zu nachtschlafener Zeit zwischen 1 und 3 Uhr. Da werden schon Erinnerungen an Muhammad Alis "Rumble in the jungle" wach, als Millionen von Boxfans nachts vor dem TV saßen. Von Martin Beils

Die Einschaltquoten bei den WM-Spielen der deutschen Fußballerinen sind ein eindrucksvoller Beleg dafür, dass das Turnier längst keine Randerscheinung des Sports mehr ist. Besonders bemerkenswert: Rund 1,8 Millionen der Zuschauer in der Nacht zu Mittwoch waren Männer über 14 Jahre. So viele Männer, die unter Schlaflosigkeit leiden und nur deshalb einschalten, gibt es wohl nicht. In den Tagen zuvor hatten die Fußballerinnen bei ihren 22-Uhr-Spielen die Abstimmung mit der Fernbedienung auch schon regelmäßig gegen die männlichen Junioren unter 21 Jahren gewonnen.

Aus den TV-Zahlen aber nun den großen Boom abzuleiten, wäre übertrieben. Der Frauenfußball gedeiht in Deutschland prächtig (der DFB hat 1,1 Millionen weibliche Mitglieder), schafft es aber nur bei Großereignissen wie jetzt bei der Weltmeisterschaft, bei einer Europameisterschaft und bei Olympischen Spielen, den Kreis der Interessierten deutlich auszuweiten.

Frauen-WM: So trauern die DFB-Frauen nach dem 0:2 FOTO: dpa, crj

Deshalb ist die Qualifikation für Rio de Janeiro 2016 ein wichtiger Erfolg für das Team von Trainerin Neid. Im August kommenden Jahres zieht die Mannschaft wieder die Blicke auf sich. Dann konkurriert sie auch erneut mit den männlichen Junioren um die Aufmerksamkeit. Kann gut sein, dass die TV-Zuschauer wieder Nachtschichten schieben müssen. Rio liegt für uns nur um eine Stunde günstiger als der WM-Schauplatz Montreal.

Quelle: RP
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