Michael Glos
Berlin

SPD-Chef buhlt um die Wirtschaft

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) will in seinem Ministerium eine Büste des Sozialdemokraten Karl Schiller aufstellen, der als sein Vorgänger in diesem Amt von 1966 bis 1972 erfolgreich war. Die Büste soll direkt neben der des Vaters der sozialen Marktwirtschaft, Ludwig Erhard (CDU), stehen. Die hatte seinerzeit Michael Glos (CSU) seinerzeit angeschafft. Der Grund: Gabriel und die ganze SPD finden es zutiefst ungerecht, dass die Partei derzeit so schlecht bei der Wirtschaftskompetenz abschneidet. Gabriel will das ändern, auch mit der Gründung eines SPD-Wirtschaftsforums am Montagabend. mehr

Persönlich

Michael Glos . . . trauert der Macht hinterher

Gefragt nach seinem Lieblings-Zitat aus der Bibel, nannte Michael Glos (CSU) einst Matthäus 7,1: "Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet." Niemand solle meinen, dass er die Wahrheit gepachtet habe, erklärte der frühere Wirtschaftsminister. Entsprechend rustikal setzte er sich zur Wehr, wenn er in der Politik auf Männer traf, die in der öffentlichen Wahrnehmung genau dazu neigen. Den Grünen-Politiker Jürgen Trittin bezeichnete Glos, der morgen seinen 70. Geburtstag feiert, als "Öko-Stalinist" und "größten Kotzbrocken, den die Grünen haben". Und als Horst Seehofer den Parteivorsitz der CSU übernahm, trat Glos 2009 lieber vorzeitig von seinem Amt als Bundeswirtschaftsminister zurück. "Ich wollte nicht unter jedem dienen", sagt er heute rückblickend über die Zeit im Amt, mit dem er nie glücklich geworden ist. Und um im Bibel-Bild zu bleiben: Richten lassen wollte er sich von Seehofer, mit dem ihn eine herzlich ausgelebte Gegnerschaft verband, auch nicht: "Als Seehofer mein Parteivorsitzender geworden ist, wusste ich, dass meine Tage gezählt sind." mehr