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Köln
Verdi plant neue Streiks bei Amazon

Amazon: Verdi plant neue Streiks beim Onlineriesen
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Köln. Handelsexperten bezweifeln unterdessen, dass die Strategie zum Erfolg führt.

Die Streiks der Gewerkschaft Verdi für einheitliche Tarifverträge beim Onlineriesen Amazon bleiben nach Ansicht von Handelsexperten ohne durchschlagende Wirkung. "Amazon ist so aufgestellt, bei streikbedingten Engpässen auch aus Logistikzentren im benachbarten Ausland liefern zu können", sagte Kai Hudetz, Geschäftsführer des Kölner Instituts für Handelsforschung. Dabei verwies er unter anderem auf Logistikzentren in Tschechien und Polen.

Auch der Experte für Internethandel und Betriebswirtschaft, Gerrit Heinemann, von der Hochschule Niederrhein in Krefeld kann keine Folgen des Ausstandes erkennen: "Die Streiks sind ein Witz." Amazon habe sie längst einkalkuliert.

Vor wenigen Tagen hatte Verdi erneut zu Arbeitsniederlegungen an den deutschen Logistikstandorten des Unternehmens aufgerufen. Das war keineswegs neu. Streiks bei Amazon sind inzwischen zum Dauerbrenner geworden und werden seit vier Jahren alljährlich im Weihnachtsgeschäft hochgefahren. Verdi fordert einen Tarifvertrag nach den Bedingungen des Einzel- und Versandhandels für die derzeit 11.000 fest Beschäftigten, bessere Arbeitsbedingungen und ein Ende von "Unternehmenswillkür". Doch Amazon, das sich als Logistiker sieht, stellt sich quer.

Während der Versandriese selber von einer "überschaubaren" Beteiligung spricht, gibt sich Thomas Voß kämpferisch: "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Arbeitsabläufe erheblich betroffen waren und Amazon sein Kundenversprechen nicht immer einlösen konnte", resümiert der Verdi-Experte für Versand- und Onlinehandel. Pro Schicht sollen sich im Schnitt nach seinen Angaben 20 bis 30 Prozent der Mitarbeiter am Austand beteiligt haben. Und er kündigte für die kommenden Wochen weitere Streikmaßnahmen an.

(RP/dpa)
 
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