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Entlastung muss vertagt werden

Zunächst mal: Es gilt die Unschuldsvermutung, ganz egal ob man einfacher Bürger oder millionenschwerer Manager ist. Und dennoch: Allein, dass gegen Volkswagens Ex-Chef Martin Winterkorn und den amtierenden Markenchef Herbert Diess ermittelt wird, ist ein weiterer schwerer Rückschlag für VW. Dass Diess bei Bekanntwerden des Skandals erst wenige Wochen im Amt war, sein Anteil an der Krise wohl eher klein ist, ist für die Juristen kein Grund, nicht zu ermitteln. Vielmehr zeigt sich, wie halbherzig der Neuanfang war: Viele der Führungskräfte waren Teil des Systems, Ex-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch sitzt nun sogar dem Aufsichtsrat vor.

Das heißt nicht, dass alle eine Teilschuld tragen. Doch die Anregung des Aufsichtsrates, dem Vorstand bei der Hauptversammlung die Entlastung zu erteilen, war falsch. Einen Blankoscheck von den Aktionären und die Vorladung vom Gericht - das kann nicht sein. Die Entscheidung sollte verschoben werden. Florian Rinke

Quelle: RP
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