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Banken in NRW
Immer häufiger Gebühren für Münzgeld

Banken in NRW: Immer häufiger Gebühren für Münzgeld
Das kosten Münzeinzahlungen in der Region. FOTO: Weber
Düsseldorf. Viele Banken verlangen von Kunden inzwischen Geld für Bareinzahlungen. Grund ist eine EU-Verordnung, die die Bargeldprüfung für die Institute teuer macht. Vor allem bei Sparkassen müssen auch Privatkunden häufig zahlen. Von Laura Ihme

Deutschland ist eine Sparnation. Schon als Kind lernt man hierzulande, sein Geld nicht unbedacht auszugeben, sondern es zu sparen. Und auch Erwachsene verfrachten häufig vor allem Kleingeld gern ins Sparschwein, um es bei Gelegenheit bei der Bank einzuzahlen – frei nach der Devise: Sparen schafft Vermögen. Doch gerade das Schlachten des Sparschweins wird immer teurer für Verbraucher.

Der Grund: Immer mehr Banken verlangen von ihren Kunden Gebühren für das Einzahlen von Münzgeld – teilweise bis zu 50 Prozent der eingezahlten Summe. Besonders die Kunden der Sparkassen sind bei diesen Regelungen oft im Nachteil, weil es vor allem die öffentlich-rechtlichen Institute sind, die Gebühren verlangen. Nur Kinder unter 18 müssen nicht zahlen.

Stadtsparkasse Düsseldorf nimmt seit 1. April Gebühren

Prominentestes Beispiel aus der Region ist die Stadtsparkasse Düsseldorf. Seit dem ersten April müssen private Sparer dort Gebühren bei der Einzahlung von Münzgeld zahlen. Bis zu einem Einzahlungsbetrag von 9,99 Euro werden 50 Prozent der Summe als Gebühr einbehalten, bei Summen darüber beträgt die Pauschalgebühr 7,50 Euro.

Grund ist laut Stadtsparkasse die sogenannte Bargeldprüfverordnung der EU. Diese seit dem vergangenen Jahr bestehende Regelung verpflichtet die Banken und Sparkassen in der Europäischen Union, das eingezahlte Bargeld ihrer Kunden – Banknoten wie Münzen – auf dessen Echtheit zu überprüfen. Außerdem muss das Geldhaus sicherstellen, dass Scheine und Münzen für den Geldverkehr taugen.

Gerade beim Münzgeld, das meist in geschlossenen "Safebags" kassiert wird, ist diese Prüfung jedoch laut Stadtsparkasse sehr teuer und aufwendig und wird deshalb extra von einem externen Dienstleister durchgeführt. Mit den Gebühren wälzt die Stadtsparkasse einen Teil der Kosten auf die Kunden ab. Gleichzeitig hofft man auf einen pädagogischen Effekt: Ziel der Maßnahmen ist es laut Stadtsparkasse Düsseldorf auch, das eingezahlte Bargeld zu verringern.

Wohltätige Vereine und Kirchen bleiben meist verschont

Ganz ähnlich wie in Düsseldorf argumentiert die Sparkasse Krefeld. Dort wurden mit fünf Euro je Einzahlung zum 1. März dieses Jahres erstmals Gebühren für Münzgeld erhoben. Pro Jahr, so ein Sprecher der Bank, entstünden der Sparkasse für die Abnahme des Geldes rund 1,5 Millionen Euro Kosten. Sie rät ihren Kunden deshalb, die Anhäufung von Münzgeld zu vermeiden und es zum Beispiel lieber beim Bezahlen auszugeben. Wo es möglich sei, sollte man zudem bargeldlose Verfahren zum Bezahlen nutzen, empfiehlt das Institut.

Während Gebühren für das Münzgeld bei Sparkassen offensichtlich häufig fällig werden, sind andere noch zurückhaltender. Unter den Genossenschaftsbanken in der Region kassiert beispielsweise die Volksbank Düsseldorf/Neuss bei Privatkunden, während jene der Volksbanken Mönchengladbach und Niederrhein (Alpen) ihr Bares immer noch unentgeltlich abgeben können – ebenso wie die Kunden der Deutschen Bank, der Commerzbank und der Postbank. Auch wohltätige Vereine und Kirchen, die ihren Klingelbeutel in der Bank leeren, bleiben meist von den Gebühren verschont.

Zahlen müssen dagegen bei fast allen Banken und Sparkassen Geschäftskunden, die die Höhe der Gebühr dann aber oft individuell aushandeln.

Quelle: RP
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