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Börse
Das Dax-Jahreshoch ist erst einmal kein Thema

Lexikon: Glossar - Aktienmarkt von A bis Z
Lexikon: Glossar - Aktienmarkt von A bis Z FOTO: dpa, Fredrik Von Erichsen
Frankfurt/Main. Ohne frischen Rückenwind von der Europäischen Zentralbank (EZB) dürfte der deutsche Aktienmarkt in der neuen Woche nur mühsam vorankommen.

Zwar hatte sich die Enttäuschung am Markt über die von der EZB zunächst nicht weiter gelockerte Geldpolitik schnell wieder gelegt, doch von seinem im August erreichten Jahreshoch bei 10.802 Punkten ist der Dax nun wieder deutlich abgerückt. Am Freitag schloss der deutsche Leitindex 0,95 Prozent tiefer bei 10.573 Punkten. Auf Wochensicht verlor der Dax damit gut ein Prozent.

Laut Analyst Christian Schmidt von der Helaba hat sich auch aus charttechnischer Perspektive die kurzfristige Lage im Dax eingetrübt. Und Markus Huber, Händler beim Broker City of London Markets, verwies auf den historisch schwachen Börsenmonat September als weiteren Belastungsfaktor. Es habe sich in der Vergangenheit gezeigt, dass in diesem Monat neutrale oder sogar positive Nachrichten am Markt oftmals genau umgekehrt, also negativ, aufgenommen würden, so Huber.

Der September sei der schlechteste Börsenmonat mit einem durchschnittlichen Dax-Kursverlust von 1,5 Prozent seit dem Jahr 1960, haben die Aktienstrategen der DZ Bank ausgerechnet. Das aktuelle Momentum an den Aktienmärkten erscheine - auch aufgrund immer größerer politischer Unsicherheit - weiterhin fragil. Dies gelte gerade im Übergang von den umsatzschwachen Sommermonaten hin zu den in der Historie deutlich lebhafteren Herbstmonaten.

Für etwas höhere Handelsaktivität könnte gleichwohl am Freitag der sogenannte Hexensabbat sorgen - der große Verfallstag an den Terminbörsen. An diesem Tag laufen Terminkontrakte auf Aktien und Indizes aus. Vom "großen Verfall" sprechen Börsianer dann, wenn der letzte Handelstag aller vier Derivate-Typen, also der Optionen und Futures auf Indizes und einzelne Aktien, auf den gleichen Tag fällt.

Nachdem die EZB die hohen Erwartungen der Marktteilnehmer zuletzt also nicht erfüllen konnte, verlagere sich an den Börsen der Fokus schon wieder auf die US-Notenbank Fed, wie Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets schrieb. Die Fed verkündet ihre Leitzinsentscheidung zwar erst in der übernächsten Woche, doch dürfte die Sitzung bereits in den kommenden Tagen ihren Schatten voraus werfen. Bleibe die Fed ähnlich tatenlos wie die EZB, könnte dies an den Aktienmärkten sehr positiv aufgenommen werden, meint Stanzl. Denn die Notenbank werde dann vermutlich auch wenige Tage vor den US-Präsidentschaftswahlen im November nicht an der Zinsschraube drehen. Wenn die Leitzinsen niedrig bleiben, profitieren davon Aktien, weil andere Anlageklassen wie Anleihen unattraktiver erscheinen.

(felt/dpa)
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