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Verspätungen und Flugausfälle in NRW
Warnstreik: Reisende verpassen Flüge

Dezember 2012: Der Streik des Sicherheitspersonals an deutschen Flughäfen
Dezember 2012: Der Streik des Sicherheitspersonals an deutschen Flughäfen FOTO: dpa, Frank Rumpenhorst
Düsseldorf. Warnstreiks des privaten Sicherheitspersonals haben am Montag an mehreren deutschen Flughäfen für Verspätungen gesorgt. Die Gewerkschaft Verdi hatte in der Nacht überraschend zu den Aktionen aufgerufen. Betroffen waren auch die Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn. Von Maximilian Plück

Am Morgen wurden in Düsseldorf neun Flüge wegen des Streiks annulliert. Vor den Infotafeln bildeten sich lange Schlangen, viele Reisende hatten von dem kurzfristig angekündigten Streik vor ihrer Abfahrt zum Flughafen nichts mitbekommen. Dadurch kam es am Düsseldorfer Flughafen zu Verzögerungen von bis zu zwei Stunden.

Betroffen waren auch Passagiere, deren Flüge planmäßig starten konnten: Durch die langen Wartezeiten an der Sicherheitskontrolle standen einige Reisende noch in der Schlage, während ihr Flieger ohne sie abhob.

Stockende Verhandlungen

Hintergrund der Aktion sind stockende Verhandlungen über einen Manteltarifvertrag. Insgesamt erwarteten die Gewerkschafter etwa 1000 streikende Mitarbeiter in Deutschland. Zum Sicherheitspersonal zählen unter anderem die Mitarbeiter bei den Gepäck- und Personenkontrollen.

Am Flughafen Köln/Bonn starteten auch mehrere Stunden nach Streikende um 7.00 Uhr fast alle Flugzeuge verspätet. Man rechne aber damit, dass sich die Lage bis Mittag weitgehend normalisiere, sagte ein Sprecher des Flughafens. Zwei Flüge wurden gestrichen. Während der Streikaktion war in Köln/Bonn nur eine Kontrollstelle geöffnet.

Zu dem Warnstreik hatte Verdi aufgerufen, um Verhandlungen über einheitliche Arbeitsbedingungen und längerfristige Arbeitsverträge voranzutreiben, wie die Gewerkschaft mitteilte. Bundesweit vertritt Verdi im Sicherheitsbereich 15 000 Beschäftigte.

Lange Schlangen auch in Hamburg

Flugausfälle und Verspätungen gab es auch auf den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld. In Hamburg gab es lange Schlangen, die Terminals waren voll. Am größten deutschen Airport in Frankfurt sorgte der Warnstreik zunächst nicht für Behinderungen.

Konkret fordert Verdi einen Tätigkeitskatalog für die Beschäftigten, weniger befristete Arbeitsverhältnisse und eine tarifvertragliche Schutzklausel für den Fall, dass eine Sicherheitsfirma den Auftrag an einen Konkurrenten verliert. Die Mitarbeiter sollen dann zu gleichen oder besseren Bedingungen vom neuen Arbeitgeber übernommen werden. Auch geht es um eine Abmilderung von Sanktionen nach unangekündigten Sicherheitsüberprüfungen der Fluggastkontrolleure durch die Bundespolizei.

Notfalls länger streiken

Notfalls werden wir auch mit längeren Warnstreiks akzeptable Arbeitsbedingungen im Sicherheitsbereich der deutschen Flughäfen durchsetzen", heißt es in einer Erklärung von Andrea Becker, Verdi-Fachbereichsleiterin für die Sicherheitsbranche in NRW.

Bei der derzeitigen Auseinandersetzung geht es um den Manteltarifvertrag, der die Arbeitsbedingungen der deutschlandweit 15.000 Beschäftigten im sogenannten Aviation-Bereich festlegt. Zeitgleich wird auf Landesebene auch über höhere Löhne im Wach- und Sicherheitsgewerbe verhandelt, zu dem auch die Aviation-Beschäftigten in NRW zählen.

(RP/felt/das/jco/csi)
 
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