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Düsseldorf
HSBC Trinkaus & Burkhardt schließt Negativzins nicht aus

Düsseldorf. Das Bankhaus HSBC Trinkaus & Burkhardt hat nach Angaben von Vorstandsmitglied Paul Hagen 2015 zwar "das geliefert, was wir versprochen haben". Aber die Zuversicht für das laufende Jahr ist angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase deutlich gedämpft. Vorstandssprecherin Carola von Schmettow kündigt in der seit zwei Jahren laufenden Firmenkundenoffensive "ertragsorientiertes Wachstum" an. Das Kreditwachstum solle "nach wertorientierten Maßstäben gesteuert und durch Zusatzgeschäfte erweitert werden". Das heißt: Trinkaus will die besonders profitablen Kundenbeziehungen stärker pflegen, die bei niedrigen Zinsen und Margen sowie hohem Eigenkapitalbedarf mehr Ertrag versprechen als andere. Eine weitere Kapitalerhöhung ist nicht ausgeschlossen. Zudem plant Trinkaus eine höhere Risikovorsorge in noch nicht näher bezifferter Höhe.

Für 2015 meldet die Bank beim Jahresüberschuss ein Plus von gut fünf Prozent auf rund 152 Millionen Euro. Davon werden 85 Millionen Euro ausgeschüttet. Die Dividende soll unverändert 2,50 Euro je Aktie betragen. Für das laufende Jahr erwartet die Bank einen Anstieg der Erlöse im einstelligen Prozentbereich und Marktanteilsgewinne in Deutschland sowie "einen leichten Anstieg des Vorsteuerergebnisses". Letzteres ist im vergangenen Jahr um etwa 2,6 Prozent auf rund 217,4 Millionen Euro gewachsen.

Trinkaus schließt mittlerweile auch nicht mehr aus, dass Firmenkunden demnächst auf ihre Einlagen einen sogenannten Negativzins zahlen müssen, statt diese verzinst zu bekommen. Die Entscheidung darüber wird nach der nächsten Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am 10. März fallen. "Wir werden im Zweifelsfall nicht die Einzigen sein, die darauf verzichten", sagte Vorstandsmitglied Hagen. Wenn die EZB - wie von Trinkaus erwartet - den negativen Einlagenzins auf 0,4 Prozent erhöhe und der Druck im Markt zu stark werde, müsse auch Trinkaus reagieren.

(gw)
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