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Frankfurt
Martin geht, Martin kommt

Frankfurt. Der neue Commerzbank-Chef Martin Zielke gilt als Mann der leisen Töne. Von Georg Winters

Menschen, die Martin Zielke gut kennen, beschreiben ihn so: "Unter dem Radarschirm fliegen, war schon immer sein Prinzip." Das klingt nach jemandem, der nicht um jeden Preis den Weg ins Rampenlicht sucht, sondern sich auch abseits der großen Öffentlichkeit wohl fühlt. Doch künftig gibt es jede Menge Öffentlichkeit für Martin Zielket. Der Aufsichtsrat hat ihn gestern erwartungsgemäß zum neuen Vorstandssprecher der Commerzbank berufen. Zielke tritt sein Amt am 1. Mai an. Sein Vorgänger Martin Blessing scheidet dann aus. Darauf haben sich die Bank und ihr Noch-Chef geeinigt, und ungeachtet der Tatsache, dass Blessings Vetrag noch lief, empfanden alle Seiten den schnellen Wechsel wohl als die beste Lösung.

Martin geht, Martin kommt. Der neue Mann an der Spitze gilt als Mann der leisen Töne, der lieber Zahlen für sich sprechen lässt. Gute fünf Jahre hat er das Privatkundengeschäft der Commerzbank geleitet, und in dieser Zeit aus einem Sorgenkind ohne große Erträge eine Sparte geformt, die eine Dreiviertelmilliarde Euro operativen Gewinn abgeworfen hat. Ob das am Ende den Ausschlag zugunsten des gebürtigen Hessen gegeben hat, ist nicht bekannt. Als "Vollblut-Banker" hat der Aufsichtsratsvorsitzende Klaus-Peter Müller ihn bezeichnet. Aus dessen Sicht hat die Diskussion darüber, ob die Commerzbank ihre neue Führungsfigur lieber von außen holen oder ob nicht eine Frau an die Spitze rücken sollte, Zielke nicht beschädigt. Er sei aus dem gesamten Auswahlprozess mit externen und internen Kandidaten als Sieger hervorgegangen.

Der Wechsel ganz oben hat natürlich eine weitere personelle Verändeurng nötig gemacht. Zielkes Job an der Spitze der Privatkundensparte übernimmt Michael Mandel, bislang Bereichsleiter im Ressort des künftigen Konzernchefs. Mandel (49) habe "maßgeblichen Anteil am erfolgreichen Turnaround des Privatkundengeschäfts in den vergangenen Jahren", erklärte die Commerzbank. Dazu bekommt Bettina Orlopp (45), derzeit Bereichsvorstand für Konzernentwicklung und Strategie, ein neu zugeschnittes Ressort für Compliance, Personal und Recht, das sie häppchenweise erbt - den Bereich Recht von Blessing respektive später von Zielke, die Compliance von Finanzchef Stephan Engels, das Personal vom Arbeitsdirektor Frank Annuscheit.

Quelle: RP
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