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Berlin
Studie: Bürgerversicherung kostet 51.000 Jobs

Berlin. Bei Einführung einer gesetzlichen Bürgerversicherung droht bei der Privaten Krankenversicherung (PKV) ein massiver Verlust an Arbeitsplätzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Eine solche von SPD, Grünen und Linken favorisierte gesetzliche Krankenversicherung für alle würde je nach Ausstiegsszenario dazu führen, dass in der PKV zwischen 22.700 und 51.000 Stellen abgebaut werden müssten.

Die Studie geht von etwa 68.000 Beschäftigten im Bereich der PKV aus. Die Verluste lägen also zwischen knapp einen Drittel und rund drei Vierteln der Jobs bei privaten Krankenversicherern, wie auch deren Betriebsräte mit ihrer Initiative "Bürgerversicherung? Nein danke!" unterstrichen. Darüber hinaus drohten weitere Jobverluste in angrenzenden Bereichen wie Arztpraxen. Der PKV-Verband weist darauf hin, dass mit jedem einzelnen Arbeitsplatz in der PKV weitere 4,6 Arbeitsplätze verbunden seien.

Der Sprecher der Hans-Böckler-Stiftung betonte, dass es sich bei den Szenarien um Beispielrechnungen handle. Auf jeden Fall müsste ein solcher Strukturwechsel von der Politik sozialverträglich gestaltet werden. Im Wahljahr 2017 muss sich die PKV wieder auf Angriffe aus SPD und Opposition einstellen.

(dpa)
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