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Börse
Dax dreht kurz vor 6000 Punkten ab

Frankfurt (RPO). Gewinnmitnahmen haben den Dax am Donnerstag vom Sprung über die psychologisch wichtige Marke von 6000 Punkten abgehalten. "Er wird diese Hürde aber eher früher als später überwinden", betonte ein Börsianer. Der Leitindex hat in den vergangenen beiden Wochen rund 400 Punkte zugelegt.

Am Donnerstag beendete er den Xetra-Handel 0,1 Prozent schwächer bei 5928,63 Zählern. Der EuroStoxx50 gab 0,5 Prozent auf 2894,89 Stellen nach. Auch an der Wall Street bröckelten die Kurse ab: Der US-Standardwerteindex Dow Jones notierte bei Börsenschluss in Deutschland 0,1 Prozent im Minus.

Volkswagen im Aufwind

Mit einem Kursplus von 7,7 Prozent auf 68,68 Euro ließen Volkswagen die restlichen Dax-Werte weit hinter sich. "Die Aktie profitiert von den guten Zahlen, dem optimistischen Ausblick und der Tatsache, dass die Wolfsburger sich das Kapital zur Finanzierung der Porsche-Übernahme möglicherweise zum Teil über eine Wandelanleihe beschaffen wollen", sagte ein Händler. "Damit wird die Verwässerung der Anteile der Altaktionäre hinausgezögert."

Ein anderer Börsianer verwies zusätzlich auf den knapp 50-prozentigen Anstieg des Cash Flow. VW hatte für die ersten beiden Monate 2010 ein rund 27-prozentiges Absatzplus bekannt gegeben und für das Gesamtjahr einen Umsatz- und Gewinnanstieg in Aussicht gestellt. Porsche-Titel notierten 4,9 Prozent fester bei 42,34 Euro.

Einer der schärfsten Verfolger der VW-Vorzüge waren BMW, die sich um 1,3 Prozent auf 32,69 Euro verteuerten. Dank Einsparungen fuhr der Münchener Autobauer 2009 einen Vorsteuergewinn über den Markterwartungen ein. Enttäuscht äußerten sich Analysten allerdings über das operative Ergebnis. Einer von ihnen betonte, dass er die Konsens-Schätzungen für 2010 für zu hoch halte.

Schlusslicht im Dax waren K+S. Am Tag nach Bekanntgabe der Geschäftszahlen gaben die Papiere des Düngemittel-Herstellers 2,7 Prozent auf 45,66 Euro nach. Auf den zweiten Blick waren einige Analysten vom Quartalsergebnis nicht ganz überzeugt. Sie bemängelten unter anderem den vagen Ausblick. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen. Die Aktie hat sich seit Jahresbeginn mit einem Plus von 17,4 Prozent deutlich besser als der Gesamtmarkt entwickelt.

Gea nach Zahlen mit Kurssprung

Im Nebenwerte-Index MDax sorgte Gea mit einem Kursplus von 7,9 Prozent auf 16,40 Euro für Aufsehen. Der Anlagenbauer hatte für 2009 eine Bilanz über Markterwartungen vorgelegt. Es sehe so aus, als materialisierten sich die Kosteneinsparungen schneller als erwartet, und auch der Ausblick sei ziemlich zuversichtlich, erklärten die Analysten von Merck Finck, die eine Kaufempfehlung in Aussicht stellten. Bislang hatten sie die Titel auf ihrer Verkaufsliste.

Bei den im SDax gelisteten Kleinwerten waren Sixt die größten Verlierer. Die Aktie brach um bis zu zehn Prozent ein, nachdem der Autovermieter Geschäftszahlen vorgelegt hatte. WestLB-Analyst Wolfgang Fickus kritisierte, dass Sixt erst 2011 wieder zu dem Ertragsniveau von vor der Krise zurückkehren will. Er habe damit schon für 2010 gerechnet. "Aus unserer Sicht ist die Prognose für 2010 daher ernüchternd", fügte er hinzu. Sixt schlossen 4,4 Prozent im Minus bei 23,77 Euro.

Mit Zurückhaltung reagierten Investoren auf den Führungswechsel bei Q-Cells. Der Rückzug von Firmengründer Anton Milner komme nicht überraschend, schrieb DZ-Bank-Analyst Sven Kürten in einem Kommentar. "Er unterstreicht, wie dringend die strategische Neuausrichtung weiterhin ist." Die Aktien des Solarzellen-Herstellers bauten ihre Verluste aus und fielen um 4,5 Prozent auf 7,26 Euro.

(RTR/nbe)
 
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