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Tarifkonflikt
Kein Ergebnis - Verdi macht der Post ein Angebot

Deutsche Post AG: Verdi legt im Tarifkonflikt eigenes Angebot vor
Im Tarifkonflikt mit der Post hat Verdi ein eigenes Angebot gemacht - ein ungewöhnlicher Schachzug für die Gewerkschaft. FOTO: dpa, abu pzi mbk
Berlin. Es ist ein ungewöhnlicher Schachzug von Verdi: Die Gewerkschaft legt im Tarifkonflikt der Post einfach selbst ein Angebot vor. Doch es sieht nicht so aus, als könne das den Streit lösen.

Im Tarifkonflikt für rund 140.000 Beschäftigte der Deutschen Post hat die Gewerkschaft Verdi den Spieß umgedreht. Sie legte der Post am Dienstag ein eigenes Angebot vor und räumte ihr eine Erklärungsfrist bis Donnerstag ein. Die Arbeitgeber zeigten sich skeptisch und werteten den Vorschlag nach erster Durchsicht als teilweisen Rückschritt. Sollte die Post nicht zustimmen, könnte es unbefristete Streiks geben.

Verdi will mit dem Angebot erreichen, dass die 49 regionalen Gesellschaften für die Paketzustellung in den Haustarifvertrag zurückkehren. In den ausgegliederten Gesellschaften arbeiten heute nach Angaben der Post bereits mehr als 6000 Menschen. Bezahlt werden sie nach dem in der Regel niedrigeren Tarif des Speditions- und Logistikgewerbes. Auch dieser Tarifvertrag sei aber mit Verdi ausgehandelt, betonte Post-Personalvorstand Melanie Kreis.

Hintergrund: Kleine Geschichte der Deutschen Post FOTO: AP

Im Gegenzug zur Rückkehr in den Haustarifvertrag würde die Gewerkschaft für 2015 auf eine lineare Einkommenserhöhung verzichten. Stattdessen will sie eine Einmalzahlung von 500 Euro erreichen. Zum 1. August 2016 würden die Entgelte nach Verdi-Vorschlag dann um 2,7 Prozent angehoben.

Post: "Verdi-Vorschlag ist Mogelpackung"

Der Tarifvertrag mit einer Laufzeit von 27 Monaten beinhaltet auch, dass neu eingestellte Beschäftigte länger in einer Gehaltsstufe bleiben, bevor sie aufsteigen. Den Beschäftigten sei Sicherheit für die Zukunft wichtiger als eine Einkommenserhöhung, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis.

Die Post bezeichnete den Verdi-Vorschlag als "Mogelpackung". Das Unternehmen habe ein strukturelles Problem, weil die Löhne doppelt so hoch seien, wie bei den Wettbewerbern, erklärte Kreis. Im Schnitt würden Stundenlöhne von 17,70 Euro gezahlt. Das gefährde die Zukunft des Unternehmens. Das Angebot der Gewerkschaft könne zwar kurzfristig wirken, löse das Problem aber nicht. Und es bedeute trotzdem Mehrbelastungen von 250 Millionen Euro.

Kocsis betonte, das vorgeschlagene Paket sei "in der Frage des Entgeltes sehr schmerzhaft". Ohne eine Rückkehr der ausgegliederten Gesellschaften unter das Dach der Post werde es aber keinen Frieden im Betrieb geben. Am Mittwoch will die Tarifkommission darüber beraten, was passiert, wenn die Post das Angebot nicht annimmt. "Wir sind in der Lage, den Arbeitskampf deutlich auszuweiten", drohte Kocsis.

(dpa)
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