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Zugeständnis von Thyssenkrupp
Kündigungen bei Stahlfusion vorerst ausgeschlossen

IG Metall und Thyssenkrupp einigen sich - Kündigungen vorerst ausgeschlossen
Ein Schutzhelm mit dem ThyssenKrupp-Logo. (Archivbild) FOTO: dpa, rwe ink tmk fgj
Düsseldorf. Arbeitnehmer und Thyssenkrupp haben ihren Streit um die geplante Stahlfusion mit Tata Steel entschärft. Betriebsbedingte Kündigungen und Standortschließungen sollen laut Gewerkschaft über neun Jahre ausgeschlossen werden.

Die Einigung zwischen Arbeitnehmern und Management enthält der IG Metall zufolge weitgehende Zugeständnisse an die Arbeitnehmer. Das berichten die Nachrichtenagentur Reuters sowie die "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Wenn Thyssenkrupp und Tata Steel ihre Stahlsparte zusammenlegen, sollen betriebsbedingte Kündigungen und Standortschließungen demnach über neun Jahre ausgeschlossen werden.

"Das hat es auch im Stahl so noch nie gegeben", sagte der stellvertretende Aufsichtsratschef von Thyssenkrupp Steel Europe, Detlef Wetzel, am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Die Gewerkschaft lasse Thyssenkrupp zudem auch als Eigentümer nicht aus der Verantwortung: "Thyssenkrupp wird seinen 50-Prozent-Anteil mindestens sechs Jahre halten müssen.

Damit ist das Thyssenkrupp-Management mit verantwortlich für Erfolg oder Scheitern eines möglichen Joint-Ventures." Die IG Metall hatte dem Vorstand ein Ultimatum für den Abschluss der Verhandlungen mit den Arbeitnehmern bis zum 22. Dezember gestellt - nun einigten sich beide Seiten auf die Eckpunkte.

"Neun Jahre haben wir erreicht"

Proteste von Thyssenkrupp-Mitarbeitern FOTO: rtr, WR/ZUZ

Die Stahlkocher von Thyssenkrupp hatten seit Monaten gegen die Fusionspläne von Konzernchef Heinrich Hiesinger protestiert. Die Gewerkschaft hatte ursprünglich zehn Jahre Sicherheit für die Arbeitsplätze, Standorte, Anlagen und Investitionen verlangt.

"Ein Jahrzehnt Sicherheit haben wir gefordert - neun Jahre haben wir erreicht. Das ging nur, weil die Betroffenen gemeinsam mit der IG Metall so viel Druck gemacht haben", sagte der nordrhein-westfälische IG Metall-Chef Knut Giesler. "Die Tarifkommission hat deshalb heute Abend beschlossen, dass wir den Mitgliedern die Zustimmung zum Ergebnis empfehlen werden", betonte er.

Die mit Thyssenkrupp vereinbarten Eckpunkte sehen der Gewerkschaft zufolge zudem vor, dass Thyssenkrupp mindestens acht Jahre gemeinsam mit Tata das Gemeinschaftsunternehmen führen muss. Davon müsse Thyssenkrupp über mindestens sechs Jahre ein Anteil von 50 Prozent halten. Thyssenkrupp habe sich darüber hinaus verpflichtet, mindestens 400 Millionen Euro pro Jahr in die Zukunftsfähigkeit der Standorte zu investieren.

Hiesinger will mit der Fusion den zweitgrößten Stahlkonzern Europas nach ArcelorMittal schmieden. Der Manager verweist darauf, dass der Stahlsparte ohne die nun geplante Abspaltung noch höhere Einschnitte drohten. Hiesinger will den Konzern auf das weniger konjunkturanfällige Geschäft mit Aufzügen, Autoteilen, Anlagen und U-Booten ausrichten. Thyssenkrupp beschäftigt in der Stahlsparte rund 27.000 Mitarbeiter.

(vek/REU)
 
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