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Insolvenz von Air Berlin
Lieber ein Ende mit Schrecken

Meinung | Düsseldorf. So sinnvoll ein Überbrückungskredit der Bundesregierung ist, um in den Sommerferien ein Flughafen-Fiasko zu verhindern. Der Steuerzahler sollte nicht den Kopf hinhalten müssen, wenn Air Berlin endgültig nicht zu retten ist.  Von Georg Winters

Die Insolvenz von Air Berlin ist ein Absturz mit Ansage. Der Großaktionär Etihad hat Milliarden in seine deutsche Tochter gesteckt, aber ein schlüssiges Konzept für die Sanierung hat er auch nicht präsentieren können. Hohe Verluste über Jahre, ein milliardenschwerer Schuldenberg – das Desaster war absehbar. Am Ende haben die Araber nichts anderes getan als die Verantwortung für ihr Eigentum in der deutschen Politik abgeladen. Das ist schlechter Stil.

Die Bundesregierung darf bei Air Berlin nun keinen ordnungspolitischen Fehler machen. Natürlich macht es mitten in den Sommerferien Sinn, einen Überbrückungskredit mit einer Bundesbürgschaft abzusichern. Denn vermutlich kann nur diese Rettungsaktion ein Flughafen-Fiasko mit massenweise gestrandeten Urlauben verhindern.

Dass der Steuerzahler am Ende den Kopf hinhält, darf aber nicht sein. Wenn sich mit Hilfe von Investoren kein tragfähiges Geschäftsmodell entwickeln ließe, müsste Air Berlin abgewickelt werden, bei allem Bedauern über Jobverlust und die betroffenen Menschen.

Wir können nicht mit dem Finger auf Italien zeigen, wo Banken entgegen vereinbarten Regeln mit Staatsgeld über Wasser gehalten werden, und dann in Deutschland denselben Kardinalfehler begehen.

 

 
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