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Deutscher Pflegerat fordert einen "Nationalen Aktionsplan"
Tausende Altenpfleger wollen aufhören

Berlin. Der Fachkräftemangel in der Pflege spitzt sich zu – trotz aller Anstrengungen, Menschen aus dem Ausland zu verpflichten und mehr Nachwuchs auszubilden. "Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Uns laufen tagtäglich die Fachkräfte weg. Uns steht ein Exodus bevor", sagte der Vorsitzende des Deutschen Pflegerats, Andreas Westerfellhaus. Von Eva Quadbeck

Als zentrales Problem nannte er die Arbeitsbelastung. Wegen des Personalmangels seien die vorhandenen Kräfte so stark beansprucht, dass viele aufgeben oder nur noch Teilzeit arbeiten wollten. Immer weniger Kräfte müssten immer mehr Menschen versorgen. Pflegekräfte halten in ihren Jobs nicht lange durch. Im Durchschnitt erreichen die Beschäftigten in der Altenpflege 8,4 Berufsjahre, in der Krankenpflege 7,5. Nach einer Studie der Uni Greifswald will nur ein Viertel der Pflegeschüler dauerhaft im erlernten Beruf arbeiten.

Die Zahlen sind alarmierend. In den nächsten zehn Jahren fehlen zwischen 150.000 und 170.000 Pflegekräfte in Heimen und Kliniken. Allein in der Altenpflege herrscht ein Mangel von rund 30 000 Arbeitskräften. "Wir müssen im Pflegebereich die Arbeitsbedingungen deutlich verbessern, um diejenigen, die aus dem Beruf geflüchtet sind, zurückzuholen", betonte Westerfellhaus.

Das Wichtigste sei, dass es mehr Kollegen und mehr Zeit für die Pflege gebe. Der Experte forderte von der kommenden Bundesregierung einen "Nationalen Aktionsplan für Pflegekräfte". Das Thema müsse "Chefsache" werden, sagte er. Die Versuche, mehr Pflegekräfte aus dem Ausland zu holen, hält Westerfellhaus für nicht zielführend. "Wenn wir das Geld, das dafür aufgewendet wird, zur Ausbildung und zur Gewinnung von Fachkräften im Inland einsetzen würden, wären wir erfolgreicher."

Quelle: RP
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