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Wirtschaft wächst um 0,6 Prozent
Aufschwung gewinnt an Tempo

Wirtschaftswachstum in Deutschland: Aufschwung gewinnt an Tempo
Produktion in einem Motorradwerk. FOTO: dpa, dna nic mbk lof
Wiesbaden. Jahresauftakt nach Maß für die deutsche Wirtschaft: Europas größte Volkswirtschaft erhöht trotz politischer Unsicherheiten die Drehzahl. Selbst das Wetter spielt mit.

Die deutsche Wirtschaft hat ihr Wachstum im ersten Quartal trotz außenpolitischer Risiken beschleunigt. Höhere Investitionen, steigende Konsumausgaben und mehr Exporte ließen das Bruttoinlandsprodukt zwischen Januar und März um 0,6 Prozent zum Vorquartal zunehmen. Das ist der größte Zuwachs seit einem Jahr, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. 

"Die deutsche Wirtschaft ist weiter auf Wachstumskurs", schrieben die Statistiker in ihrem Bericht. Ökonomen hatten mit einem kräftigen Jahresauftakt gerechnet. "Die deutsche Wirtschaft dürfte im Wintervierteljahr 2017 deutlich an Fahrt zugelegt haben", schrieb zum Beispiel die Bundesbank in ihrem jüngsten Monatsbericht. Ende 2016 war Europas größte Volkswirtschaft um 0,4 Prozent gewachsen.

Mehrere Gründe für kräftiges Wachstum

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist historisch günstig und die Zinsen sind niedrig, das stärkt die Kauflaune der Verbraucher. Sie sind Konsumforscher zufolge überzeugt, dass die Wirtschaft weiter im Aufwind ist. Die privaten Haushalte erhöhten ihre Konsumausgaben im ersten Quartal den Angaben zufolge leicht. Hinzu kamen Ausgaben des Staates, unter anderem für die Unterbringung und Versorgung Hunderttausender Flüchtlinge.

Begünstigt wurde die Entwicklung zu Jahresanfang auch von der milden Witterung. Die Investitionen in Bauten legten kräftig zu. Zugleich investierten Unternehmen mehr in Maschinen und andere Ausrüstungen.

Deutschlands Unternehmen profitierten von der Erholung der Weltwirtschaft und dem schwachen Euro, das treibt den Export an. Im März kletterten die Ausfuhren auf den höchsten Monatswert seit 1950. Nach Angaben der Wiesbadener Behörde stiegen die Exporte im ersten Quartal stärker als die Importe, das stützt das Wirtschaftswachstum.

Positive Prognose fürs Gesamtjahr

Europas größte Volkswirtschaft wuchs damit etwas stärker als der Euroraum insgesamt. Nach früheren Angaben des europäischen Statistikamtes Eurostat stieg das Bruttoinlandsprodukt der 19 Euroländer im ersten Quartal um 0,5 Prozent zum Vorquartal.

Auch im Gesamtjahr rechnen Ökonomen mit einem robusten Wachstum. Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute und die Bundesregierung erwarten 2017 einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 1,5 Prozent. Manche Ökonomen trauen der deutschen Wirtschaft noch etwas mehr zu.

Im vergangenen Jahr hatte die deutsche Wirtschaft noch um 1,9 Prozent zugelegt. Allerdings gibt es 2017 mehr Feiertage, das hat Folgen für das Wirtschaftswachstum. Unsicherheit stiften allerdings weiterhin die unklaren Bedingungen des EU-Austritts Großbritanniens (Brexit) und die US-Handelspolitik.

(wer/dpa/REU)
 
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