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MWC 2016 in Barcelona
Samsung und Facebook schrauben am nächsten großen Ding

Fotos: Neues aus der Smartphone-Welt
Fotos: Neues aus der Smartphone-Welt FOTO: Lenovo
Barcelona. Für die Zuschauer überraschend trat am Sonntagabend Facebook-Chef Mark Zuckerberg auf die Bühne, als Samsung auf der Mobilfunkmesse Mobile World Congress in Barcelona seine neuesten Technikspielzeuge präsentierte. Von Reinhard Kowalewsky, Barcelona

"Virtual Reality ist die nächste große Plattform", sagte Zuckerberg, "Virtual Reality wird unser Leben und Arbeiten verändern." Noch befinde sich virtuelle Realität als Medium in einer frühen Phase, doch die Technik verändere sich rasant. "Das Beste kommt noch."

Dabei bestätigt die Präsentation einige der wichtigsten Trends im weltweiten Mobilfunk- und Technologiemarkt.

  1. Der Vorsprung von Apple schwindet weiter. Mit der ersten Virtual-Reality-Kamera für den Massenmarkt könnte Samsung ein neues Kapitel in der Geschichte der Digitalindustrie schreiben.
  2. Die Bedeutung sozialer Netzwerke im allgemeinen und von Facebook speziell bestätigt sich. Natürlich macht die aktuelle Selfie-Welle nur Sinn, wenn die Fotos schnell über den Facebook-Ableger Instagram oder über Facebook selbst oder über den weiteren Facebook-Ableger WhatsApp geteilt werden.

    Und ebenso wird es mit den neuen Virtual-Reality-Bildern und Videos sein: Ihr eigentlicher Zweck ist natürlich, den staunenden Freunden zu zeigen, wie toll es bei der Wanderung am Amazonas wirklich war, wie verrückt die letzte Party sich entwickelte - und wie die Stimmung in der Fankurve von Borussia Dortmund ist beziehungsweise war. "Life is for sharing", heißt ein Werbespruch der Deutschen Telekom.
  3. Drittens bestätigt sich das wichtigste "Gesetz" des Internetzeitalters. Gemäß "Moore's Law", einer Beobachtung des früheren Intel-Chefs Gordon Moore, verdoppelt sich die Leistungsfähigkeit eines Rechen- oder Speicherchips ungefähr alle zwei Jahre, ohne dass der Preis steigt.

    Die am Sonntag beim MWC 2016 vorgestellten Produkte von Samsung bestätigen den Trend: Ebenso wie das erste iPhone vor neun Jahren als erster einfach nutzbarer Mini-Computer eine Sensation war, ist nun beeindruckend, dass Samsung für nur rund 400 Euro eine Virtual-Reality-Kamera anbietet, mit der nun "Jedermann" 360-Grad-Videos von unterwegs machen kann.

    Und es ist geschicktes Marketing, dass die Filme dann anscheinend nur mit den teuersten Smartphones von Samsung weiter verarbeitet werden können - die Idee hätte vom verstorbenen Apple-Gründer Steve Jobs kommen können.

    Nur am Rande sei bemerkt: Vor nur wenigen Jahren hätte kein Smartphone der Welt die Kapazität gehabt, Virtual-Reality-Filme zu verarbeiten, aber Moores Law macht das Wunder eben möglich.

Wie sehr Samsung Apple gefährlich wird, zeigt natürlich die Partnerschaft mit Facebook. Wenn Internetsuperstar Mark Zuckerberg Gast einer Präsentation ist, ist das sehr bemerkenswert.  Das "nächste große Ding", wie Apple sein iPhone und das iPad nannte, kommt nun wohl aus Südkorea.

Hinweis: In einer früheren Version des Textes haben wir einmal Virtual-Reality-Brille geschrieben, meinten aber Virtual-Reality-Kamera. Wir haben den Fehler korrigiert und bedanken uns für den Hinweis.

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