| 17.07 Uhr

Chinesischer Künstler
Ai Weiwei bekommt Pass nach vier Jahren zurück

Ai Weiwei - vom Künstler zum Regimegegner
Ai Weiwei - vom Künstler zum Regimegegner FOTO: dapd
Peking . Der weltbekannte chinesische Künstler und Dissident Ai Weiwei hat nach vier Jahren seinen Pass zurückerhalten. Ai veröffentlichte am Mittwoch beim Online-Fotodienst Instagram ein Foto, auf dem er einen chinesischen Pass in die Höhe hält.

Unter dem Bild stand: "Heute habe ich meinen Pass bekommen." Die britische Königliche Akademie der Künste begrüßte die Nachricht und teilte mit, Ai wolle im September zu einer Ausstellung seiner Werke nach London reisen.

Ais Agent bestätigte die Rückgabe des Passes, machte jedoch keine weiteren Angaben. Die chinesischen Behörden hatten den Künstler 2011 für etwa drei Monate festgesetzt und ohne Verurteilung wieder freigelassen. Seinen Pass behielten sie ein. Später musste das Studio des Künstlers Steuern in Höhe von knapp 2,2 Millionen Euro nachzahlen. Eine Beschwerde Ais vor Gericht blieb ohne Erfolg.

"Das ist eine wunderbare Nachricht für Ai Weiwei, seine Familie und für Künstler weltweit", sagte Tim Marlow, Direktor der Royal Academy of Arts, die im September Werke des Künstlers ausstellt. "Wir sind erfreut, ankündigen zu können, dass er bei uns sein wird, wenn wir die Installationen für seine Ausstellung fertigstellen."

Der Fall des mit provokanten Kunstaktionen bekanntgewordenen Ai steht nicht alleine. Die chinesischen Behörden haben wiederholt Pässe von Dissidenten einbehalten, damit sie das Land nicht verlassen können.
Die Kommunistische Partei hofft, damit Kritik im Ausland verhindern zu können.

Ai hatte vor seiner Festnahme 2011 öffentlich über nationale Skandale gesprochen, etwa über den Tod von Schülern, die bei einem schweren Erdbeben 2008 durch den Einsturz schlecht gebauter Schulgebäude ums Leben gekommen waren.

(ap)
 
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