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Street Art von Passanten geklaut
Münz-Installation wird zum Sinnbild der Krise

"Crisis": Das Zwei-Cent-Kunstwerk in Bilbao
"Crisis": Das Zwei-Cent-Kunstwerk in Bilbao FOTO: SpY Urban Art
Bilbao. Ein Künstler aus Madrid klebt das Wort "Crisis" an eine Mauer in Bilbao – aus 50.000 Zwei-Cent-Stücken. Innerhalb von 24 Stunden ist von dem Kunstwerk nichts mehr zu sehen.

Der Künstler SpY ist bereits seit seiner Jugend in den 80er Jahren als Straßenkünstler aktiv. In den 90er Jahren machte er sich in der damals noch jungen Graffiti-Szene mit seinem makellosen Stil und viel Raffinesse einen Namen. Auch wenn er das Kapitel Graffiti mittlerweile hinter sich gelassen hat, will er auch heute noch mit seiner Street Art vorbeigehende Leute zum Lächeln bringen, zum Nachdenken anregen und aufklären.

Eine von SpYs neusten Installationen überdauerte gerade mal einen Tag. Das Street-Art-Werk bestand aus dem Wort "CRISIS" – spanisch und englisch für "Krise" – das SpY aus Centstücken im Gesamtwert von 1000 Euro an eine Mauer im spanischen Bilbao klebte.

In 24 Stunden war alles weg

Die Münzen ordnete der Künstler ganz akkurat zu perfekten Buchstaben an. Zuerst sahen sich die vorbeigehenden Leute das Kunstwerk nur an, doch schon bald wurden sie aktiv: Innerhalb von nur 24 Stunden klaubten Passanten immer wieder Geldstücke von der Wand, bis schließlich nichts mehr übrig war außer dem leicht sichtbaren Abdruck der aufgeklebten Cent-Stücke.

Die Vergänglichkeit seines Projekts war dem Künstler von Anfang an bewusst und auch beabsichtigt. Die Münzen waren so befestigt, dass sie leicht zu entfernen waren. Dass sie aber nicht einen Tag halten würden, hatte auch SpY überrascht.

Hier geht es zu den Bildern des Projekts.

(isw)
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