7 Fragen, 7 Antworten
Erdgas tanken - so geht’s

Erdgas tanken - so geht’s: Antworten auf die drängendsten Fragen
FOTO: RPO
Ist das Tanken mit Gas gefährlich? Kann ich ein Erdgasauto zu Hause tanken? Welche Stoffe enthält Erdgas? Was muss ich beim Erdgastanken beachten? Und dürfen Erdgasfahrzeuge eigentlich in eine Tiefgarage fahren? Viele Autobesitzer fühlen sich beim Thema Gas-Antrieb noch nicht richtig informiert. Hier gibt es Antworten auf die drängendsten Fragen.

1. Erdgas oder Autogas – was ist besser?

Erst einmal muss die Frage beantwortet werden, was denn nun besser ist: Erdgas oder Autogas. Beide Gase bieten viele Vorteile: Zum einen sind sie als höchst umweltschonend anzusehen und verringern den ökologischen Fußabdruck. Zum anderen sind die Kraftstoffe sehr günstig im Vergleich zu Benzin und Diesel. Erdgas wird auch CNG oder "Compressed Natural Gas" genannt und behält seine Form stets bei. Autogas oder LPG ("Liquified Petroleum Gas") verflüssigt sich dagegen bei einer bestimmten Temperatur. Da beide Stoffe unterschiedlich komprimiert werden, ist das Umrüsten mit Autogas um einiges günstiger als das Umrüsten mit Erdgas.

Im Grunde kann jedes Fahrzeug mit einem Ottomotor auf Erdgas oder Autogas umgerüstet werden. Bei neuen Serienfahrzeugen haben Sie hingegen eine größere Auswahl, wenn Sie sich für ein Erdgasauto entscheiden. Ein weiterer Vorteil beider Gase: Sowohl Erdgas als auch Autogas sind bis 2018 definitiv noch steuervergünstigt. Auf den ersten Blick erscheint CNG häufig teurer als LPG. Aber aufgepasst: Da es den doppelten Energiegehalt aufweist, ist es in Wirklichkeit sogar billiger. Ein anderer Nachteil von Autogas: Da LPG als Nebenprodukt von Erdöl gewonnen wird, ist es auch direkt an die Produktion von Diesel und Benzin gekoppelt. Erdöl gilt im Gegensatz zu Erdgas nicht als gesichert für die nächsten Jahrzehnte. 

2. Wer rüstet auf Erdgas um?

Unter anderem KFZ-Betriebe, Autohäuser und andere Auto-Servicestätten rüsten Ihr KFZ auf Erdgas um. Fast alle Fahrzeuge können für einen Preis zwischen 3000 Euro und 5000 Euro auf Erdgas-Versorgung umgebaut werden. Eine Umrüstung auf Autogas ist allerdings günstiger als die Umrüstung auf Erdgas. Nach der Umrüstung finden Sie in Ihrem Auto einen Zusatztank, Einfüllstutzen, Leitungen und ein neues Gas-Einspritzsystem. Einen zertifizierten Fachbetrieb erkenne Sie daran, dass dieser ein blau-weißes Meisterschild mit dem Zusatz "Anerkannter Betrieb für Gasanlagenprüfung (GAP)" oder mit dem Zusatz "Anerkannter Betrieb für Gassystemprüfung (GSP)" hat. Achten Sie auch darauf, ob der Betrieb DEKRA- oder TÜV-zertifiziert ist. Wenn Sie diese Punkte beachten, sind Sie auf der sicheren Seite.

Wenn Sie lieber neu kaufen möchten anstatt umzurüsten, müssen Sie damit rechnen, circa zwischen 350 Euro und 1000 Euro mehr zu bezahlen als für einen Diesel-Neuwagen. Wenn Sie eine gewisse Anzahl an Kilometern im Jahr fahren, lohnt sich dieser Mehrpreis aber für Ihr Portemonnaie. Tanken mit Erdgas oder Autogas ist immer noch extrem günstig und dazu steuerbegünstigt.

3. Was muss ich beim Erdgastanken beachten?

Das Tanken von Erdgas ist sehr einfach. Daher müssen Sie hier nicht viel beachten. Auch wird der Tankvorgang als sogar noch sicherer als das Tanken mit Diesel und Benzin beschrieben. Technisch ist es so geregelt, dass nur dann Gas abgegeben wird, wenn Sie alles richtig angeschlossen haben und alles sicher verriegelt ist. Nach dem Tanken endet der Vorgang automatisch. Wenn Sie weniger tanken möchten, können Sie den Tankprozess natürlich auch schon früher unterbrechen. Bedenken Sie auch, dass Sie in einigen europäischen Ländern einen Tankadapter benötigen. Dies ist auch bei einigen umgerüsteten Fahrzeugen der Fall.

4. Dürfen Erdgasfahrzeuge in eine Tiefgarage fahren? 

Ja, zumindest überall außer in Brandenburg. Hier ist es sowohl Autogas- als auch Erdgasautos untersagt, in Tiefgaragen zu fahren. Überall anders dürfen aber zumindest Fahrer mit Erdgasautos unbeschwert in Tiefgaragen parken. Was Autogas angeht, sind die Hürden größer: In Berlin, Bremen und dem Saarland ist das unterirdische Parken verboten. 

5. Welches Motoröl benötigen Erdgasautos?

Erdgasautos benötigen ein spezielles Motoröl. Die Eigenschaften sollten sein: Standhalten einer höheren thermischen Belastung, geringeres Eindickungsverhalten, höhere Stabilität gegen Oxidation sowie eine geringe Neigung zur Bildung von Asche bei der Verbrennung. Am besten fragen Sie direkt in Ihrer Tankstelle nach dem richtigen Motoröl. 

6. Welche Stoffe enthält Erdgas?

Erdgas wird auch als CNG oder "Compressed Natural Gas" bezeichnet und enthält die Inhaltsstoffe Methan, Stickstoff- und Kohlenstoffdioxid (CO2), Ethan, Propan, Butan, Ethen und Pentane. Auch kommen Schwefelwasserstoff und Wasserdampf in dem Gemisch vor. Die Zusammensetzung wird ergänzt von Quecksilber und Schwefel, diese Stoffe werden aber wieder entfernt. Viele Menschen haben Sorge, dass das Fahren aufgrund dieses chemischen Gasgemisches nicht sicher ist. Diese Angst ist allerdings unbegründet, denn laut ADAC sind Erdgasautos noch sicherer als herkömmliche Benzin- oder Dieselautos. Die Gastanks sind mehrfach abgesichert und nur bei laufendem Motor und eingeschalteter Zündung wird Gas abgegeben. Auch gegen eine Gefahr spricht, dass Erdgas nach Austritt direkt nach oben aufsteigt. Autogas auf der anderen Seite sinkt zu Boden. LPG ("Liquified Petroleum Gas") oder auch Flüssiggas besteht aus Propan und Butan. 

Tragen Sie beim Tanken von Autogas unbedingt Handschuhe aus Leder, da das Gas um die -40 Grad Celsius hat. Ein weiterer Tipp: Halten Sie den Starterknopf mit der ganzen Hand festgedrückt. Es ist wichtig, dass der Knopf während des gesamten Vorgangs gedrückt bleibt. Mit der ganzen Hand tun Sie sich dabei leichter als mit nur einem Finger. Sollten Sie während eines Tankvorgangs einmal das Gefühl haben, dass es zu einer Gas-Inhalation gekommen ist, warten Sie, ob Schwindel auftritt. Wenn dies der Fall ist, gehen Sie sofort zum Arzt oder ins Krankenhaus. Autogas hat einen höheren CO2-Ausstoß als Erdgas. Generell ist es aber so, dass beide Kraftstoffe viel weniger CO2 ausstoßen als Benzin- oder Dieselautos und damit weitaus umweltfreundlicher sind. Eine Umrüstung macht also nicht nur zugunsten der Natur Sinn, sondern auch, um Ihren Geldbeutel zu schonen. 

7. Kann ich ein Erdgasauto zu Hause tanken?

Ein Erdgasauto zu Hause zu tanken ist problemlos möglich - sofern denn die nötigen Utensilien in der eigenen Garage vorhanden sind. Zuerst benötigen Sie einen Anschluss für Strom und Gas. Wenn Sie diesen haben, können Sie für rund 3000 Euro bis 6000 Euro eine sogenannte Heimtankstelle erwerben. Die Größe schwankt hier von der einer Kaffeemaschine bis hin zu einer Waschmaschine, je nachdem woher Sie Ihre Erdgastankstelle für zu Hause erwerben. Fragen kostet nichts: Haken Sie bei Ihrem Energieversorger nach. Vielleicht übernimmt er einen Teil der Kosten. 

Die Einrichtung einer Heimtankstelle kann sich für Sie lohnen: Vor allem in ländlichen Gebieten ist die Versorgung mit Erdgastankstellen nicht immer gewährleistet. Mit einer Tankstelle in Ihrer eigenen Garage profitieren Sie auch zu Hause von billigen und steuervergünstigten Erdgaspreisen. Die Heimtankstelle besteht aus einem Kompressor, der das Gas in der Leitung auf den für Ihr Erdgasauto nötigen Druck verdichtet. Über ein Zapfventil können Sie Ihr Auto auch über Nacht mit Gas befüllen.

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