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Fragen und Antworten
So profitieren Sie von der E-Auto-Prämie

Elektroautos: Diese Modelle werden gefördert
Elektroautos: Diese Modelle werden gefördert FOTO: Hersteller
Berlin. Das Bundeskabinett hat die staatliche Kaufprämie von 4000 Euro für Elektroautos gebilligt. Bis sie an Käufer ausgezahlt werden kann, sind aber noch einige Hürden zu nehmen. Antworten auf die wichtigsten Fragen. Von Birgit Marschall

Bundesregierung und Autohersteller wollen mit insgesamt 1,2 Milliarden Euro den schleppenden Absatz von Elektroautos ankurbeln. Das Bundeskabinett billigte am Mittwoch ein Maßnahmenpaket aus Kaufprämien, Steueranreizen und bundesweit 15.000 neuen Ladestationen.

Wie hoch sind die Kaufprämien für E-Autos?

Wer sich nach dem 18. Mai ein Elektroauto kauft, kann dafür in Kürze einen so genannten "Umweltbonus" von 4000 Euro erhalten. Den Zuschuss teilen sich der Bund und der Hersteller des Autos je zur Hälfte. Für Hybridautos, die per Stecker geladen werden und einen ergänzenden Verbrennungsmotor haben, gibt es eine Prämie von 3000 Euro.

Wie kann ich den Antrag stellen?

Käufer sollen "in wenigen Wochen" direkt auf der Internetseite des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle die Prämien beantragen können. Noch ist das nicht möglich, weil erst die Beihilfenkontrolleure der EU-Kommission grünes Licht geben müssen. Damit rechnet Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) in Kürze. Zudem muss auch noch der Haushaltsausschuss des Bundestages die Regierungsvorlage zur Kenntnis nehmen. Die Anträge werden bearbeitet, sobald die entsprechende Förderrichtlinie veröffentlicht worden ist, hieß es beim Bundeswirtschaftsministerium.

Welche Unterlagen sind nötig?

Voraussetzung für die Auszahlung der Prämie ist, dass der betreffende Hersteller bereit ist, die Hälfte des Zuschusses beizusteuern. Dies muss aus dem Kaufvertrag hervorgehen. Der Scan des Vertrags muss dem Online-Antrag beim Bafa beigefügt werden. Alternativ muss auf der Rechnung des Autohändlers stehen, dass der Hersteller die Prämie in selber Höhe vom Netto-Kaufpreis bereits abgezogen hat. Neben der Rechnungskopie muss der Käufer dem Bafa innerhalb von vier Wochen nach Antragstellung auch Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief des Elektroautos vorlegen.

Wer kann die Prämie für E-Autos beantragen?

Neben Privatpersonen auch Firmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine. Käufer müssen das Auto mindestens neun Monate lang behalten, das gilt auch für Leasing. Erst dann dürfen sie ein gefördertes Auto weiter verkaufen. Es gilt das so genannte Windhundverfahren: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Die Prämie wird so lange ausgezahlt, bis das Fördergeld von 1,2 Milliarden Euro aufgebraucht ist. Spätestens soll am 30. Juni 2019 Schluss sein.

Welche Hersteller machen bei der Prämie mit?

Volkswagen, Daimler und BMW sind dabei, aber auch viele ausländische Hersteller. So beteiligen sich Citroen, Hyundai, Kia, Mitsubishi, Nissan, Peugeot, Renault, Toyota und Volvo. Einzelne Anbieter wollen sogar auf die Prämien noch einen Zuschlag drauflegen, um E-Auto-Kunden anzulocken.

Welchen Effekt soll die Förderung auf E-Autos haben?

Die Regierung hofft, dass sie den Kauf von "mindestens 300.000 Fahrzeugen" anschiebt. Derzeit sind erst 25.000 reine Elektroautos zugelassen plus 19.000 Stecker-Hybride. Berlin hatte sich als Ziel vorgenommen, bis 2020 eine Million E-Autos auf die Straßen zu bringen. Dieses Ziel wird die Regierung verfehlen, aber bei über 300.000 sieht Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) die "kritische Masse" überschritten, die weitere Käufe nach sich ziehen werde.

Was ist steuerlich geplant?

E-Autos werden rückwirkend zum 1. Januar nicht mehr nur für fünf Jahre, sondern für zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Wenn ein Arbeitgeber seinem Angestellten erlaubt, sein privates E-Auto auf dem Firmengelände aufzuladen, ist das für den Arbeitnehmer ebenfalls steuerfrei. Die Arbeitgeber sollen den gewährten geldwerten Vorteil zwischen 1. Januar 2017 und Ende 2020 pauschal mit 25 Prozent Lohnsteuer versteuern.

Welche Kritik gibt es an den Plänen?

Experten kritisieren, dass die Batterien noch zu schwer seien, ihre Reichweite mit oft nur 50 bis 200 Kilometern zu gering sei. Im Winter gehe zu viel Strom für die Heizung drauf. Zudem sind E-Autos trotz der Prämie im Schnitt noch deutlich teurer als Autos mit Verbrennungsmotoren und besserem Komfort. Der wissenschaftliche Beirat beim Bundeswirtschaftsminister monierte, mit der Prämie würden vor allem reichere Haushalte gefördert, die sich ein E-Auto als Zweitwagen anschaffen würden. Die Prämie müsse nicht vom Steuerzahler finanziert werden, sondern könne durch Anhebung der Kfz-Steuer für besonders emissionsstarke große Autos gegenfinanziert werden, sagen die Grünen.

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