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Fleischverzehr soll halbiert werden
Umweltschützer fordern "Gülle-Euro"

Bio-Skandale und ihre Risiken
Bio-Skandale und ihre Risiken FOTO: dpa, Andreas Gebert
Berlin. Umweltschützer rufen die Verbraucher in Deutschland dazu auf, ihren übermäßigen Fleischkonsum um die Hälfte zu drosseln. Dies nütze der Gesundheit und auch dem Klimaschutz, sagte die WWF-Referentin Tanja Dräger de Teran.

Der hohe Fleischkonsum und der dafür nötige Sojaverbrauch für Tierfutter beschleunigten den Ausstoß von Treibhausgasen und den Flächenverbrauch weltweit. Die Bundesregierung müsse den Mut finden, das emotionale Thema anzupacken, forderte Dräger de Teran. Um die Produktion von Billigfleisch zu reduzieren, sollte die Regierung eine Abgabe für Landwirte auf Stickstoffüberschüsse prüfen, einen sogenannten "Gülle-Euro".

In Deutschland übersteigt der Pro-Kopf-Verbrauch an Fleisch den Welt-Durchschnitt um das Doppelte. Er liegt bei 88,3 Kilogramm pro Jahr. Viehhaltung ist global für mehr Treibhausgase verantwortlich als alle Autos und Flugzeuge zusammen.

Die Referentin für Welternährung bei Oxfam, Marita Wiggerthale, forderte eine Abkehr von der Massentierhaltung: "Nicht nur aus Gründen des Tierschutzes, sondern auch, weil die Fleischproduktion viel Land frisst und in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion steht." Damit in Zukunft alle Menschen auf dem Planeten genug zu essen hätten, könnten die Menschen in reichen Ländern nicht so viel Fleisch essen wie im Moment. "Das gilt auch für Deutschland."

(lukra/dpa)
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