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Venedig
Auf den Spuren der Hollywood-Stars

Venedig erleben wie die Stars
Venedig erleben wie die Stars FOTO: dpa, mod
Venedig . Die Lagunenstadt Venedig wirkt wie eine gigantische Kulisse. Damit liefert sie während der Filmfestspiele die perfekte Showbühne für Stars und Sternchen. Wo sich die Filmprominenz in Venedig trifft.

Während der Filmfestspiele wird Venedig zu einer riesigen Bühne für Kinostars und -sternchen. Da posen George Clooney, Nicole Kidman und Co. für die Fotografen nicht nur auf dem roten Teppich vor dem Filmpalast. Blitzlichtgewitter lassen den blank polierten Lack der Gondeln genauso funkeln wie die strassbesetzten Roben der Hollywood-Diven. In-Bars, Gourmet-Restaurants und Luxushotels verwandeln sich in Theaterkulissen für das Schauspiel der Eitelkeiten. Die meisten Stars suchen in der Serenissima das Rampenlicht - einige aber auch die stillen Rückzugsorte.

Die gibt es in der Lagunenstadt immer noch. Erstaunlich genug, schließlich wird Venedig jedes Jahr von mehr als 30 Millionen Touristen überrannt. Während der jährlichen "Mostra internazionale d'arte cinematografica di Venezia" von Ende August bis Anfang September herrscht absolute Hochsaison. Dann sind die Top-Hotels ausgebucht, die Plätze in den Restaurants reserviert und die Vaporetti auf den Kanälen noch überfüllter als sonst.

Die Filmstars quetschen sich natürlich nicht auf den schwimmenden Linienbussen zwischen schwitzende Touristen und flinke Taschendiebe. Megastars wie Angelina Jolie oder Oscar-Preisträger wie Emma Stone und Jeremy Irons lassen sich per privatem Taxiboot über die Kanäle chauffieren. Auf edlen Holzbooten flüchten viele Promis vor den Menschenmassen zwischen Markusplatz und Rialto-Brücke hinaus auf eine der vorgelagerten Inseln in der Lagune.

Eine dieser Oasen ist San Clemente. Knapp 15 Minuten dauert die Fahrt im Hotelboot vom Trubel des Markusplatzes in die nur von Vogelgezwitscher gestörte Ruhe der einstigen Klosterinsel. Neben dem Pool wird Tennis gespielt, im Schatten jahrhundertealter Bäume auf einem Übungsgreen sogar Golf. Vom Bootssteg zum Hoteleingang schlendert eine Frau über einen großen Rasen, der in Venedig so selten ist wie günstige Restaurants am Canal Grande.

Hinter der bescheidenen Tür des "San Clemente Palace Kempinski" führt eine von mächtigen Muranoglas-Lüstern beleuchtete Freitreppe hinauf zu edlen Zimmern und Suiten mit Terrazzo-Böden, Marmorbädern und antiken Möbeln. Während der Filmfestspiele 2016 residierte dort Jude Law, in den Jahren zuvor auch schon Penelope Cruz und Robert De Niro.

Die Terrasse des Restaurants "Acquerello" auf der Piazza vor der 800 Jahre alten Klosterkirche wirkt in der Abendsonne wie das Set für einen Werbefilm. Der Blick schweift über die Lagune hinüber nach San Marco. Die Küche von Vincenzo Di Tuoro ist eine der besten, diejenige von Giancarlo Perbellini und Federico Belluco auf der Nachbarinsel nach Meinung vieler Kritiker derzeit die allerbeste in Venedig.

"Dopolavoro" heißt ihr zum "JW Marriott Hotel" gehörendes Restaurant auf der Isola delle Rose. Das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Lokal bietet während der Filmfestspiele eine nahezu hundertprozentige Garantie, Filmstars zu treffen. Das Ambiente ist modern und leger, die Küche innovativ und mit einem spielerischen Touch. So serviert Restaurantchef und Sommelier Simone Celeghin die ersten Häppchen auf einem Spaziergang durch den Kräutergarten des Restaurants.

Zu den kulinarischen Top-Adressen gehört auch das "Aman Hotel Canal Grande" ganz in der Nähe der Rialto-Brücke. Das jüngste Luxushotel der Stadt residiert im noblen Palazzo Papadopoli aus dem 16. Jahrhundert. Wer sich nicht in den vom Canal Grande aus einsehbaren Garten des Hotels oder auf dem Balkon in Szene setzt, bleibt vor neugierigen Blicken geschützt.

Tennisprofi Ana Ivanovic und Fußball-Weltmeister Bastian Schweinsteiger haben 2016 ebenso im "Aman" ihre Hochzeit gefeiert wie zwei Jahre zuvor George Clooney und Amal Alamuddin. Die Hochzeitspaare logierten in den edlen Suiten des Hotels. Clooney veranstaltete im prunkvollen Speisesaal des Palazzo auch sein Hochzeitsessen mit illustren Gästen, unter ihnen Kumpel Matt Damon und das ehemalige Supermodel Cindy Crawford.

Clooney, der eine Villa am Comer See besitzt, war in den vergangenen Jahren besonders häufig in Venedig. Der Oscar-Preisträger logiert dabei gerne auch in der Hotel-Ikone "Cipriani". Das Traditionshaus liegt vis-à-vis vom Markusplatz. Wie auch das "Kempinski" und das "JW Marriott" ist es mit hoteleigenen Shuttlebooten mit dem Platz verbunden. Anders als die beiden ruhigeren Resortinseln ist das "Cipriani" während der Festspiele ein Hotspot der Filmpromis.

Das gilt auch für die die legendäre "Harry's Bar" in der Nähe der Piazza San Marco. Giuseppe Cipriani, der Gründer der Bar, hat dort den Bellini-Cocktail und das Carpaccio erfunden. Die Bar mit ihrem leicht zu übersehenden Eingang führt die Familie bis heute. Das ebenfalls von ihr gegründete Hotel "Cipriani" auf der Isola della Giudecca betreibt schon lange die Luxushotelgruppe Belmond. Das Hotel ist berühmt für den längsten Pool Venedigs, den Donna Leon auch schon in ihren Commissario-Brunetti-Krimis verewigte.

Fährt man vom "Cipriani" aus den Canal Grande Richtung Rialto, tauchen bald auf der rechten Seite zwei weitere Hotspots der feinen venezianischen Gesellschaft auf: die Luxushotels "Gritti" und "Bauer" mit ihren Restaurantterrassen direkt am Wasser. Filmstars, die dort Platz nehmen, sitzen auf dem Präsentierteller. Tausende Touristen zücken auf den vorbeifahrenden Vaporetti ihre Smartphones, um Bilder und Videos von den Berühmtheiten zu machen.

Auf dem Lido selbst können Knipser und Autogrammjäger ihr Glück am Filmpalast selbst oder vor dem "Excelsior" gegenüber versuchen. Das in die Jahre gekommene Luxushotel ist der Geburtsort der ältesten Filmfestspiele der Welt. Auf den Terrassen des "Excelsior" fand der Kinowettbewerb 1932 zum ersten Mal statt. Bis heute trifft man auf der Restaurantterrasse des Hauses mit Blick über die Adria immer wieder mal Filmstars - sofern einen die immer nervöser werdenden Sicherheitsleute so nah heranlassen.

(dpa)
 
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