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Havanna
Jetzt noch schnell nach Kuba!

Havanna. Die Insel boomt - und das nicht erst seit dem Besuch von Barack Obama. Die Reisebranche registriert eine sprunghaft steigende Nachfrage nach dem Karibik-Staat. Elf Tipps für eine gelungene Kuba-Reise. Von Hans Onkelbach

Der Kuba-Tourismus boomt seit dem Ende des Embargos durch den langjährigen Erzfeind USA. Für die Branche heißt das zum Beispiel, dass Airbnb ab sofort Zimmer an mit einer Reiseerlaubnis ausgestattete US-Bürger in Kuba vermitteln darf, ab April auch an Touristen aus aller Welt. Die Zahl der Zimmer ist von 1000 auf über 4000 gestiegen. Außerdem soll das US-Kreuzfahrtunternehmen Carnival bald kubanische Häfen ansteuern dürfen. Ab Mai sollen Tickets für eine Reise verkauft werden, die in Havanna, Santiago und Cienfuegos Station machen wird. Elf Tipps für Kuba-Besucher:

1. Vorab Einreisedokumente über die Botschaft in Berlin oder deren Filiale in Bonn beantragen. Man braucht eine Art Visum, das nur ausgegeben wird, wenn die Krankenkasse/-versicherung eine Bestätigung auf Spanisch liefert, dass der Tourist fürs Ausland versichert ist. Dies stellen die Versicherungen umgehend aus. Das Einreisepapier kostet 22 Euro, bei Pauschalreisen wird es vom Reiseveranstalter besorgt.

2. Bargeld mitnehmen. Denn auf Kuba sind Kreditkarten nicht überall üblich. Womöglich ändert sich das gerade, aber verlassen kann man sich darauf nicht. Euro werden gerne genommen, für Trinkgeld ratsam, sind 100 Euro in Ein- oder Zwei-Euro-Münzen mitzunehmen.

3. Obwohl die kubanische Mediziner-Ausbildung als gut gilt, sollte man sich nicht auf europäische Standards einstellen. Eine Notfallversorgung gibt es nicht. Medikamente gegen Durchfall und Magenprobleme mitnehmen, auch Sonnenschutz - Kuba ist ein sozialistisches Land, also herrscht Mangel.

4. Wer durchs Land reisen will, kann das mit einem Mietwagen tun, den man am besten hier bucht, denn im Land selbst ist es vergleichsweise teuer. Die Straßen, auch die so genannten Autobahnen, sind in einem schlechten Zustand, die Beschilderung dürftig, Navis arbeiten nur teilweise. Es gibt nur wenige Bahnverbindungen, Überlandbusse sind meist umgebaute Lkw mit Bänken auf der Ladefläche. Per Anhalter zu fahren, ist kein Problem, fast jeder hält. Für Selbstfahrer: Vorsicht vor Pferdefuhrwerken.

5. Unterbringung: Wer nicht in den üblichen Hotels wohnen möchte, sollte unbedingt ein casa particulares nehmen. Das sind privat vermietete Zimmer - in der Regel hübsch, sauber und vor allem preiswert. Gratis dazu gibt es Familienanschluss: Die Kubaner sind begeistert, wenn sie Geld verdienen können und Ausländer kennenlernen. Immerhin ist das Land seit Jahrzehnten isoliert, jede Ausreise war schwierig. Die Zimmer kosten rund 25 Euro pro Nacht, zu buchen auch von Deutschland aus oder vor Ort. Jeder Taxifahrer kennt welche.

6. Kubas Küsten sind perfekt für Badeurlaub. Günstig gelegen dafür ist Varadero im Norden, nicht weit von Havanna und mit eigenem Flughafen (wird zum Beispiel von Air Berlin und Eurowings angeflogen). 7. Havanna ist ein Muss - die Stadt ist so, wie man sie aus Filmen kennt: in großen Teilen marode, dennoch stilvoll. Es gibt unzählige Bars und Restaurants, in denen man gut isst (Preise niedriger als in Deutschland), überall spielen Bands im Stil vom Buena Vista Social Club. Spannend ist das Revolutionsmuseum mitten in der Stadt und die Gedenkstätte für die Kuba-Krise vor der Stadt - Blick auf Kubas Historie aus dem eigenen Blickwinkel. Nicht versäumen: einen Tee trinken auf der Terrasse des Hotels Nacional mit Meerblick und den Park, in dem zwei riesige, über 100 Jahre alte Krupp-Kanonen aus Essen stehen.

8. Eine Boxer-Schule besuchen. Die Kubaner lieben Boxen, viele Jungen trainieren mit der Hoffnung auf eine Karriere im Ausland. Es gibt viele Schulen, etwa das Gymnasium Rafael Trejo an der Calle Cuba in der Altstadt von Havanna.

9. Auf jeden Fall nach Vignales fahren - rund 160 Kilometer westlich von Havanna. Die Landschaft ist atemraubend, außerdem gibt es dort sehr viele Tabakfarmen. Manche kann man besichtigen, die Menschen sind immer offen und gastfreundlich.

10. Zigarrenfabriken gibt es mehrere, Taxifahrer und Hotels kennen die Adressen. Nicht nur für Zigarrenraucher ist ein Besuch faszinierend. Die Frauen und Männer bei der Arbeit zu sehen, ist verblüffend, die Fabriken sind Relikte vergangener Jahrzehnte, vorne sitzt immer jemand und liest vor. Alle Fabriken sind staatlich, hergestellt werden nicht nur edle Sorten wie Cohiba und Co., sondern auch billigere Sorten für den nationalen Markt. Wer Zigarren kaufen will, sollte das dort tun und auf keinen Fall bei Straßenhändlern. Die Preise in den Läden sind zwar deutlich niedriger als in Europa, aber billig sind die Zigarren auch auf Kuba nicht. 11. Che Guevara gucken - sein Doppelgänger lässt sich auf dem Platz vor der Kathedrale in Havanna gegen Geld fotografieren. Ansonsten ist das berühmte Foto des Revolutionärs überall zu sehen.

Quelle: RP
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