| 18.42 Uhr

MS Deutschland
Traumschiff sticht trotz Insolvenz in See

So sieht das "Traumschiff" aus
So sieht das "Traumschiff" aus FOTO: Peter Deilmann Reederei
Kiel. Das Kreuzfahrtschiff "Deutschland" startet in seine letzte Saison. Die Passagiere sind begeistert, der Einsatz ist aber befristet. Das Insolvenzverfahren läuft weiter.

Die Anziehungskraft des legendären Kreuzfahrtschiffs "Deutschland" scheint trotz des laufenden Insolvenzverfahrens der Reederei ungebrochen. Die letzte Kreuzfahrt-Saison des ehemaligen ZDF-"Traumschiffs" sei fast vollständig ausgebucht, sagte der Geschäftsführer des Kreuzfahrtbetreibers Plantours, Oliver Steuber, am Dienstag in Kiel. 

"Wir haben die "Deutschland" vom neuen Eigentümer gechartert, das Insolvenzverfahren läuft aber noch." Der wirtschaftliche Erfolg der Kreuzfahrt-Tour habe keinen Einfluss auf die Dauer des Insolvenzverfahrens.

Am Dienstagnachmittag machte sich das ehemalige "Traumschiff" mit rund 370 Passagieren an Bord von Kiel aus auf den Weg nach Spitzbergen und Grönland. Im Sommer sollen drei weitere Touren in den Norden folgen - insgesamt soll die "Deutschland" noch weitere 51 Tage als Kreuzfahrer mit rund 1200 Gästen auf See sein. Von September an ist sie dann als schwimmende Universität unter dem Namen "World Odyssey" unterwegs.

Die Reederei musste Ende Oktober 2014 Insolvenz anmelden, etwa 60 Millionen Euro Schulden hatten sich angehäuft. Wegen der unsicheren Zukunft der "Deutschland" hatte sich das ZDF im Januar vom "Traumschiff" verabschiedet. Knapp 15 Jahre lang war der Kreuzfahrer Drehort der Serie.

Die Suche nach neuen Investoren zog sich monatelang hin: Erst im Frühjahr wurde bekannt, dass ein Investor aus den USA das Schiff gekauft hat. Dabei soll es sich nach Angaben von Plantours um den texanischen Konzern Absolute Nevada LLC handeln.

(dpa)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

MS Deutschland: Traumschiff sticht trotz Insolvenz in See


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.