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Dinslaken
Pionierarbeit für den Klimaschutz

Dinslaken: Pionierarbeit für den Klimaschutz
Erster Spatenstich am Rhein Die Fernwärmeschiene Niederrhein unterquert 1981 den Fluss auf Höhe der Homberger Eisenbahnbrücke. FOTO: FWN
Dinslaken. Die Fernwärmeversorgung Niederrhein feiert ihr 50-jähriges Bestehen.

Wärme aus Kohle war der erste, konventionelle Gedanke Gerhard Malinas. Aber es gab - und gibt - weitere, naheliegende Wärmequellen. Wärme nutzen, die ohnehin da ist - was könnte effizienter sein?

Der Durchbruch der Fernwärme Niederrhein (FN) hin zu einem Wegbereiter einer modernen Wärmeversorgung kam 1981 mit der Unterquerung des Rheines durch die Fernwärmeschiene Niederrhein, errichtet und betrieben vom Fernwärmeverbund Duisburg /Dinslaken GmbH & Co. KG, einer Gesellschaft der Stadtwerke Dinslaken und Duisburg. Über sie konnte industrielle Abwärme, die zuvor ungenutzt aus den Schornsteinen abgeleitet wurde, erstmals als Wärmequelle für Haushalte und öffentliche Gebäude erschlossen werden.

Seit 1981 verbindet die Fernwärmeschiene Niederrhein Moers, Duisburgs Norden, Dinslaken und Voerde und versorgt mit einem 400 Kilometer langen Leitungssystem rund 500 .000 Menschen mit Wärme. Entlang der Schiene speisen Kraftwerke, aber auch Industrieanlagen Wärme ein. Diese Nutzung industrieller Abwärme und Kraft-Wärme-Kopplung stellt nicht nur einen klaren Vorteil fürs Klima dar, sie sichert eine verlässliche Versorgung der Kunden ohne Engpässe und in regionaler Unabhängigkeit. Mit einem Fernwärmeanteil von 60 Prozent aller Wohn- und Geschäftshäuser sowie öffentlicher Gebäude liegt Dinslaken 1992 bundesweit an dritter Stelle der Kommunen. Der umweltschonende Aspekt gewinnt angesichts des weltweiten Treibhaus-Effekts weiter an Bedeutung. Und die beste Art, CO2 einzusparen, ist, erst gar kein CO2 zu produzieren. Im Verbrennungsprozess in Biomasse-Heizkraftwerken wird nur das Kohlendioxid freigesetzt, das die Pflanzen zuvor für ihr Wachstum aufgenommen haben. Nutzt man dann noch die Verbrennung dieser Biomasse für die Erzeugung von Strom und Wärme in Kraft-Wärme-Kopplung und setzt bei der Rauchgasfilterung auf modernste Technik, wird das Klima bei voller Versorgungssicherheit optimal geschont. Seit 2007 werden im Biomasse-Heizkraftwerk an der Gerhard-Malina-Straße Strom und Wärme für 5000 Haushalte erzeugt.

Heute, 50 Jahre nach der Gründung der Gesellschaft am 29. November 1966, gehört die Fernwärmeversorgung Niederrhein mit einem Leitungsnetz von rund 600 Kilometern Länge und Versorgungsobjekten an rund 70 Standorten zu den größten kommunalen Fernwärmeanbietern in Deutschland. Mit der Fernwärmeschiene Rhein-Ruhr ist sie an der Entstehung eines des größten zusammenhängenden Versorgungssysteme Europas beteiligt und mit ihrem langjährigen Know-how in den Bereichen Nahwärme/Dezentrale Energieversorgung und erneuerbare Energien ist sie als Contractingpartner für individuelle, maßgeschneiderte Lösungen von Hennstedt in Norddeutschland bis Miesbach am Tegernsee gefragt.

(mt)
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