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Dormagen
CDU: Obdachlosenheim an Polizeistation bauen

Dormagen: CDU: Obdachlosenheim an Polizeistation bauen
Die CDU setzt sich dafür ein, auf dem Parkplatz hinter der Polizeiwache eine Unterkunft für Obdachlose zu errichten. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Die Ratsfraktion fordert, die Einrichtung an der Piwipper Straße abzureißen. Vorschlag ist ein Neubau an der Straße An der Wache. Von Klaus D. Schumilas

Die CDU drückt aufs Tempo. Im Juni soll der Hauptausschuss die Aufgabe der Obdachlosenunterkunft an der Piwipper Straße sowie einen Neubau an der Polizeiwache beschließen. "Ja", bestätigt Fraktionsvorsitzender Kai Weber auf Anfrage, "das geht uns alles zu langsam." Er spricht von einer für die Anwohner in Rheinfeld "zeitweise äußerst unbefriedigenden Situation", weil dort immer wieder die Polizei einschreiten muss (siehe "Info"). In dem Haus leben Flüchtlinge (neun) und Obdachlose (13) unter einem Dach.

"Die Obdachlosenunterkunft ist stark sanierungsbedürftig und passt in keiner Weise in das Wohnumfeld am jetzigen Standort", sagt Weber, "da dort nach Aussage der Verwaltung insbesondere die schwer zu integrierenden ,Fälle' unter den Obdachlosen untergebracht sind." Aktuell liegen CDU und Verwaltung in ihren Vorstellungen weit auseinander. Weber ärgert es, dass "unserer Bitte, die Flüchtlinge aus dieser Unterkunft herauszunehmen und anders unterzubringen, nicht entsprochen worden ist". Die Vorstellung im Rathaus, an der Böttgerstraße in Hackenbroich Container für die Obdachlosen aufzustellen, trifft nicht den Nerv der Christdemokraten. Ratsmitglied Johannes Deußen sieht diese geplante Unterbringung kritisch. Er habe Zweifel, weil sich der Standort in Randlage befinde, weit weg vom Alltagsleben in der Innenstadt. "Das ist nicht gut für die Integration der Menschen." Die CDU fordert die Verwaltung auf, die Planungen für einen Neubau anzugehen. Hinter der Polizeiwache an der Straße An der Wache gibt es einen kleinen Parkplatz, der für einen solchen Neubau gut geeignet sei. Eigentümer ist das Land. Die Gespräche müssten geführt werden. Finanziert werden könne das Vorhaben durch die Vermarktung des Grundstücks an der Piwipper Straße für Wohnbebauung - die Erlöse dienen dann der Errichtung der neuen Unterkunft - "und allen ist geholfen", so die CDU. Für sie hätte dieses Vorgehen einen besonderen Effekt, auf den Weber hinweist. Demnach ist die Vermarktung der leeren Fläche gegenüber der Einrichtung an der Piwipper Straße aufgrund der aktuellen Lage ebenso schwierig wie für die Grünfläche hinter dem "Haus Sonnenschein". Weber: "Die Unterkunft ist in einem desolaten Zustand, sie sollte schnellstens abgerissen werden."

Die Planungen der Stadt sehen anders aus. Nach Aussage des Ersten Beigeordneten Robert Krumbein werden Ende des Monats vier Container, die jeweils zwei Personen Platz bieten, an der Böttgerstraße aufgestellt. Dorthin sollen acht Obdachlose aus dem "Haus Sonnenschein" umziehen, die "Friedlichen" bleiben vorerst dort. Die Stadt strebt eine Zusammenarbeit mit der Caritas zur Unterstützung der neuen Bewohner in Hackenbroich an. Nach der Fertigstellung der Flüchtlingsunterkunft in Delhoven könne der Standort Dormagener Straße in Hackenbroich aufgegeben werden. "Bekommen wir keine Neuzuweisungen von Flüchtlingen", so Krumbein, "können wir Ende Juni, Anfang Juli die Einrichtung Piwipper Straße schließen."

Quelle: NGZ
 
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