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Dormagen
Die kuriosen kleinen Wünsche der Schulen

Dormagen: Die kuriosen kleinen Wünsche der Schulen
FOTO: Kreis Viersen
Dormagen. Ratten zerfressen die Hochsprungmatte, Gäste futtern die Kühlschränke der Schulküche leer und der Schulgarten hat sich in einen Urwald verwandelt. Was Dormagens Schulen bewegt, nimmt die Politik mit in ihre Haushaltsberatungen. Von Klaus D. Schumilas

Als Stadtkämmerin Tanja Gaspers vor wenigen Wochen den Haushaltsplanentwurf für das kommende Jahr einbrachte, wurde deutlich, wie viel Geld im kommenden Jahr aus städtischen Töpfen und aus denen des Eigenbetriebs in die Schulen fließt - es sind mehrere Millionen Euro! Hinzu kommen Fördermittel wie beispielsweise "Gute Schule 2020" des Landes. Dass Dormagen wie andere Städte und Gemeinden dennoch meilenweit entfernt ist vom Top-Zustand der Schulen und Klassenzimmer, belegt die Liste, die sich die politischen Fraktionen jetzt haben geben lassen, um sie bei Klausurtagungen zu beraten: Auf 42 Seiten haben die städtischen Grund- und weiterführenden Schulen viele kleine und große Mängel beschrieben und ihre Wünsche aufgelistet. Dabei sind die Blickwinkel höchst unterschiedlich: Hier der Wunsch nach einer neuen Sporthalle bei der BvS-Gesamtschule, dort der nach einem neuen Waschbecken für die Hausmeisterloge an der Friedensschule. Es ist eine nüchterne, teils erschreckende Sammlung der Unzulänglichkeiten und Missstände (Toilettengerüche, die ins Klassenzimmer ziehen, vergammelte Lehrerstühle, Feuchtigkeit). Und sie bietet Kuriositäten.

Leichtathletik ist am Leibniz-Gymnasium insofern eingeschränkt möglich, weil Hochsprung draußen ausfällt. Der Grund: Nager haben die Hochsprungmatte auf dem Außengelände zerfressen, eine neue muss daher her. "Ersatz ist auch vorgesehen", sagt die Verwaltung, allerdings müsse diese im Winter im Gebäude untergebracht werden, um nicht erneut dem Appetit der Nagetiere ausgesetzt zu sein. Nicht Nager, aber Vögel sind es, die an der Grundschule Burg Hackenbroich Sorge bereiten: Auf der Schulhofseite fliegen regelmäßig Vögel gegen Klassenfenster und liegen dann tot auf dem Schulgelände. Die Stadt will prüfen, ob eine Fensterfolie Abhilfe schafft.

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Kurios ist der Grund für das Anliegen der Sekundarschule: Sie wünscht sich eine Kühl- und Gefrierkombination für die Schulküche und einen Vorratsschrank, beides abschließbar. Als Grund wird angegeben, dass der Kühlschrank defekt sei. Die Verwaltung weiß offenbar warum: "Die externen Kochgruppen halten sich nicht an die Hygienevorschriften. Alkohol steht in der Schulküche, Vorräte der Schulen werden durch externe Mieter aufgebraucht." Sorgen hat die Sekundarschule auch in Sachen Schulgarten: Sie nimmt an dem Landesschulprojekt "Schule der Zukunft" teil. Einen Grundbaustein dafür bildet der Schulgarten, der sich aber nach Angaben der Schule in einem verwahrlosten Zustand befindet und den "Schülergruppen alleine nicht beheben können", heißt es. Die Stadt hat auch hier Detailinformationen: Ein Metallzaun ist erforderlich, weil der Garten als Abkürzung zum Bahnhof, das Gartenhaus als Toilette genutzt sowie das Gelände regelmäßig von Kaninchen zerstört werden.

Dagegen scheint der Mangel eines fehlenden Fahnenmastes an der Theodor-Angerhausen-Schule kaum erwähnenswert. "Aber wie sollen die Fahnen gehisst werden?" fragt die Schule - wird in diesem Jahr erledigt, versprach die Verwaltung beim gemeinsamen Gespräch im Frühjahr. Die Wunschlisten an manchen Schulen sind schier endlos. Vielfach geht es auch um neue Medien, um schnelles Internet. Dort wird auf den kommenden Medienentwicklungsplan und "Gute Schule 2020" verwiesen, aus deren Töpfen die Finanzierung kommen soll. Nicht aber der Abbau des Bunkers auf dem Gelände der Friedensschule oder eine Klingelanlage für die Eingangstür zur Henri-Dunant-Schule, um zu kontrollieren, wer hineinkommt. An der Regenbogenschule wird das Streichen der Zimmertüren gewünscht, "die noch nie gestrichen wurden". Oder: Schallschutz für drei Unterrichtsräume an der Salvator-Schule Nievenheim, denn "die Kinder bekommen Kopfschmerzen durch den Hall", sagt die Schule.

FOTO: Patrick Pleul
Quelle: NGZ
 
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