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Dormagen
Externe Gutachter planen Wohnquartier

Dormagen: Externe Gutachter planen Wohnquartier
Schien es so, als sollte die Turnhalle an der Beethovenstraße bald abgerissen werden, so könnte sie bei den neuen Planungen durchaus eine zentrale Rolle einnehmen. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Zum ersten Mal sollen auswärtige Architekturbüros ein großes Wohnungsbauprojekt planen. Gesucht wird eine Leitidee für das Areal an der Beethovenstraße. Die Turnhalle könnte eine wichtige Rolle spielen und sogar erhalten bleiben. Von Klaus D. Schumilas

Für Bürgermeister Erik Lierenfeld ist es "eine der wenigen großen urbanen Flächen in zentraler Lage in Dormagen" und dementsprechend sorgsam soll damit umgegangen werden. Nicht einfach nur mit einem üblichen Bebauungsplanverfahren soll das Areal beiderseits der Beethovenstraße entwickelt werden: Laut Gregor Nachtwey, Leiter des Planungsamtes, soll erstmals bei einem Bauleitverfahren mithilfe von externen Gutachtern nach der besten städtebaulichen Lösung gesucht werden. Wenn der Planungs- und Umweltausschuss dementsprechend entscheidet, wird es auch eine so große Beteiligung der Öffentlichkeit wie noch nie geben. Alleine dieses sogenannte kooperative Gutachterverfahren würde rund 100.000 Euro kosten.

Ein Antrag der CDU im Juli vergangenen Jahres löste Bewegung aus: Im Rahmen eines Entwicklungskonzeptes soll die Außensportanlage an der Beethovenstraße aufgeben werden, die weitere Nutzung der Sporthalle überprüft und für das gesamte Areal eine Planung für Wohnbebauung aufgestellt werden. Die Verwaltung wurde damals beauftragt zu prüfen, ob diese Flächen im Rahmen eines Gutachterverfahrens entwickelt werden sollen. Das Ergebnis liegt jetzt vor.

Die Planungspolitiker sollen danach über zwei Varianten entscheiden: eine mit, die andere ohne Beteiligung der Öffentlichkeit. Stadtplaner Nachtwey wünscht sich eine Entscheidung der Politiker für "Transparenz. Diese Variante würde sicherlich auf mehr Akzeptanz der Bürger stoßen." Auch wenn sie um rund 20.000 Euro teurer wäre. Gibt es einen positiven Bescheid, dann wird die Stadt fünf "einschlägig qualifizierte Planungsbüros" suchen, die aus Stadt- und Landschaftsplanern sowie Architekten bestehen. Sie werden aufgefordert, ein Ideenkonzept für eine visuelle und auf die Besonderheiten des Standorts Bezug nehmende Leitidee zu entwickeln. Eine wichtige Rolle darin könnte die Turnhalle spielen, die derzeit wieder für den Sportbetrieb hergerichtet wird, nachdem sie nicht mehr als Flüchtlingsunterkunft benötigt wird. "Ihre Zukunft ist nicht entschieden", sagt Nachtwey.

Carsten Müller (SPD), Vorsitzender des Planungs- und Umweltausschusses, spricht sich dafür aus, "nicht so ohne weiteres diese Fläche zu beplanen. Vielleicht kann man auch drum herum planen mit der Option, diese Fläche erst in ein paar Jahren nachträglich für Wohnungsbau zu nutzen." Die Gutachter stellen sich, so sieht die "transparente" Variante aus, im ersten Forum vor und können dort von den Besuchern Anregungen und Hinweise erhalten.

Im zweiten Forum präsentieren die fünf Teams ihre ersten Ideen und diskutieren diese erneut mit der Öffentlichkeit. Anregungen sollen erneut in die Entwurfsarbeiten einfließen. Im dritten und letzten Forum werden die Arbeiten öffentlich vorgestellt und können dort diskutiert werden. Am Ende kürt eine Jury den Sieger. Die letzte Entscheidung trifft die Politik.

Quelle: NGZ
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