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Dormagen
Knall auf Chempark-Gelände – 14 Beschäftigte verletzt

Feuerwehr-Einsatz auf dem Ineos-Gelände
Feuerwehr-Einsatz auf dem Ineos-Gelände FOTO: Patrick Schüller
Dormagen. Viele Anwohner sind am Freitagabend in Dormagen durch einen lauten Knall aufgeschreckt worden. Das Geräusch kam aus dem Chempark – 14 Beschäftigte wurden ins Krankenhaus gebracht. 

Ein lauter Knall und eine Rauchsäule haben am Freitag gegen 18 Uhr viele Dormagener aufgeschreckt. Wie sich herausstellte, war beim Unternehmen Ineos an der Stadtgrenze zu Köln eine sogenannte Berstscheibe zerbrochen – ein an sich harmloser Vorgang, der bei Ineos desöfteren vorkommt und mit einer Detonation verbunden ist.

Das Unternehmen teilte noch am Abend mit, dass keine Gefahr für die Bevölkerung bestanden habe – später hieß es, dass es "insgesamt 14 vorsorgliche Krankenfahrten" gegeben hatte. Beschäftigte von Partnerfirmen, die zurzeit aufgrund der laufenden Wartungsarbeiten auf dem Gelände waren, seien prophylaktisch in ärztliche Behandlung gebracht worden. Laut Polizei waren die Beschäftigten mit Verdacht auf Knalltraumata ins Krankenhaus gebracht worden. Am Samstag sagte eine Unternehmenssprecherin, dass inzwischen alle 14 entweder zurück am Arbeitsplatz oder in ihrer Freizeit sind. 

Berstscheiben sind Sollbruchstellen zum Beispiel in Hochdruckanlagen und werden als Sicherheitseinrichtungen eingesetzt. Die Anlagen können so bei Überdruck gefahrlos zur Atmosphäre hin entspannt werden. Bei einer solchen Druckentspannung kann sich das ausströmende Gasgemisch entzünden. Ähnliche Vorfälle hatte es bei Ineos zuletzt im März dieses Jahres und im Dezember 2016 gegeben.

Nach dem Ansprechen von Berstscheiben wird die betroffene Anlage für mehrere Wochen außer Betrieb gesetzt, überprüft und gründlich gereinigt. Der Produktionsausfall verursacht in der Regel einen erheblichen finanziellen Schaden. Auch die Kölner Feuerwehr war im Einsatz. 

Am frühen Samstag gab es einen zweiten Vorfall in Wessling – diesmal auf dem Gelände von "Lyondell Basell": Gegen 4 Uhr kam es dort zu einer "unerwünschten Fackeltätigkeit", wie das Unternehmen mitteilte. "Die Fackelsysteme sind Sicherheitseinrichtungen, die in den Anlagen befindliche Stoffmengen kontrolliert verbrennen", hieß es. Ein Feuerschein war kilometerweit zu sehen. 

(Mitarbeit: Carina Wernig)

(ssc/hsr/dpa)
 
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