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Dormagen
Musiknachwuchs meistert Nervosität

Dormagen. 90 Teilnehmer beim Wettbewerb "Jugend musiziert" in Dormagen. Von Vera Straub-Roeben

Geordnetes Gewusel herrscht in der Kulturhalle an der Langemarkstraße. Einige Kinder tragen Instrumentenkästen, die fast größer sind als sie selbst. Eltern, Musiklehrer, Verwandte und Bekannte wollen dabei sein, wenn der Nachwuchs beim Regionalwettbewerb "Jugend musiziert" sein Können unter Beweis stellt. Diesmal ist die Musikschule Dormagen Ausrichter des Wettbewerbs.

Manchen der insgesamt 90 Teilnehmer steht die Anspannung vor dem Vorspielen ins Gesicht geschrieben, andere wirken locker wie erfahrene Profis. Und als solche fühlen sich auch Linus Berg und Marcel Schmiegelt. Die beiden 16-jährigen Freunde waren mit Posaune und als Pianist im Duo angetreten, spielten eine Fantasie von Stojowski und eine Sonate von Hindemith. "Wir haben letztes Jahr schon einmal an dem Wettbewerb teilgenommen und den ersten Platz belegt", sagt Marcel Schmiegelt und wirkt gelassen. "Nervös sind wir nicht, wir haben so viele Auftritte hinter uns - sowohl als Duo, als auch Solo oder Linus mit der Big Band des Gymnasiums Jüchen." Seit November haben sie sowohl allein als auch gemeinsam die komplizierten Stücke geübt, mindestens eine halbe Stunde am Tag. Das muss reichen, denn zumindest Marcel widmet sich gerne auch anderen Instrumenten: Außer Klavier spielt er Gitarre und Klarinette. "Die Geschichte, wie ich zum Klavier kam, ist lustig", erzählt er. "Als Kind wollte ich unbedingt Keyboard lernen wegen der tollen Soundeffekte. Als ich aber das erste Übungsbuch bereits nach einem Monat durchgearbeitet hatte, setzte mich mein Lehrer ans Klavier. Zum Glück."

An anderer Stelle treten zwei Mädchen nervös von einem Bein aufs andere. Laura Elisabeth Hübner umfasst ihre Querflöte fest, auch Pianistin Jennifer Li wirkt angespannt. Die beiden 15-jährigen trugen als Duo eine Sonate von Mozart und ein Stück von Jules Mouquet vor - und wussten die Jury ebenso wie Marcel Schmiegelt und Linus Berg zu überzeugen. Alle vier belegten mit 24 Punkten den ersten Platz und qualifizierten sich für den Landeswettbewerb Anfang März in Detmold. Während Jennifer nicht nur Klavier, sondern auch Geige spielt - die Musikalität wurde ihr in die Wiege gelegt - begann Laura in ähnlichem Alter, nämlich mit fünf Jahren, mit Glockenspiel. Es folgte Blockflöte, und schließlich entschied sie sich für ihre Querflöte. Ein Dreivierteljahr haben die beiden Jugendlichen für den Wettbewerb geübt. "Wir sind immer nervös. Aber es ist schön, wenn man eine Freundin dabei hat."

Gestern am frühen Abend präsentierten sich die Preisträger dann bei einem Konzert in der Aula des Bettina-von-Arnim-Gymnasiums.

Quelle: NGZ
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