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Dormagen
Netzwerk gegen Fremdenhass gegründet

Dormagen: Netzwerk gegen Fremdenhass gegründet
Im Bürgerhaus Hackenbroich trafen sich Ehrenamtler und Fachkräfte aus Einrichtungen zur Auftaktveranstaltung des Aktionsplans "Wir sind Dormagen". FOTO: ON
Dormagen. Bei der Auftaktveranstaltung zum Aktionsplan für mehr Vielfalt tauschten sich 60 Fachleute über Integration und Gemeinschaft aus. Gut funktionierende Projekte sollen mit dem Netzwerk "Wir sind Dormagen" sinnvoll ergänzt werden. Von Carina Wernig

Unabhängig von Herkunft, Religion und Kultur sollen sich alle in Dormagen lebenden Menschen als Teil der Gemeinschaft in der Stadt fühlen. Am Dienstagabend trafen sich 60 Ehrenamtler und Fachkräfte im Bürgerhaus Hackenbroich zur Auftaktveranstaltung des neuen Netzwerks "Wir sind Dormagen", das die Integrationsarbeit vor Ort weiter stärken will. Es ist Bestandteil des vom Stadtrat beschlossenen Aktionsplans für mehr Vielfalt und gegen Fremdenhass. "Wir haben einige neue Impulse erhalten", sagte Bürgermeister Erik Lierenfeld, der ein positives Fazit zog: "Wir sind auf einem guten Weg. Es gibt bereits viele gute Integrationsmöglichkeiten, auf die wir aufbauen können." Wichtig ist dem Bürgermeister, im nächsten Schritt auch die Migranten selbst noch stärker einzubeziehen.

Beim Auftakt, bei dem Schulen, Kindertagesstätten und soziale Einrichtungen ebenso vertreten waren wie Kirchen, Kulturvereine und der Sport, gab es knapp drei Stunden lang einen regen Austausch über Integration und Gemeinschaft. "Es geht nicht um kurzfristigen Aktionismus nach den rechtsradikalen Schmierereien in unserer Stadt", stellte Lierenfeld klar. "Wir wollen uns nachhaltig auf die Veränderungen durch den demografischen Wandel einstellen." Das sei eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben auch für Dormagen.

Zunächst wurden die vorhandenen Integrationsangebote erfasst und überlegt, wo noch Verbesserungen möglich sind. "Wir orientieren uns dazu an Lebenslagen", sagte Ellen Schönen-Hütten, Leiterin des Fachbereichs für Bürger- und Ratsangelegenheiten, der den Workshop organisierte. An sechs Themen-Tischen wurden von frühkindlicher Förderung bis zum Leben im Alter, von Schule über Religion und Kultur bis zur Teilhabe in Politik und Ehrenamt viele Bereiche abgedeckt.

Einig waren sich die Teilnehmer, dass bereits gute Integrationsmöglichkeiten in Dormagen vorhanden sind. Die Willkommenskultur beginne schon mit dem Babybegrüßungspaket der Stadt und den vielfältigen Angeboten im Dormagener Netzwerk für Familien. Aus der Runde kamen einige Verbesserungsvorschläge: mehr interkulturelle Bildung in Kita und Schule, Seniorentreffs auch für Migranten oder eine "Bonuskarte" für Begegnungsangebote. Ein Schwerpunkt wurde bei der Sprachförderung gesehen. "Wir werden den Stadtrat jetzt über die Ergebnisse informieren und zu den Themen dann Arbeitskreise bilden. Viele Ideen lassen sich mit vorhandenen Mitteln und ohne zusätzlichen finanziellen Aufwand umsetzen", bilanzierte der Bürgermeister.

Anton Rütten als Vertreter des Landesministeriums für Arbeit, Integration und Soziales lobte das Netzwerk: "Sie haben einen guten fachlichen Ansatz gewählt, indem sie alle Beteiligten einbeziehen und die Integrationsarbeit im Dialog weiterentwickeln wollen." Integrationsminister Guntram Schneider hatte sich nach den rechtsradikalen Schmierereien an der DITIB-Moschee sofort mit der türkisch-islamischen Vereinigung in Verbindung gesetzt, wie Rütten berichtete: "Ich glaube, das hier ist eine sehr gute Antwort."

Quelle: NGZ
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