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Dormagen
Paten für ein besseres Dormagen

Dormagen: Paten für ein besseres Dormagen
Paten (v.l.): Michaela Bartz, Thorsten Schröder, Tina Gisella, Udo Lehmann, Julia Gisella, Stefan Lochner. FOTO: LH
Dormagen. Wer eine Patenschaft übernimmt, sorgt sich um den ihm Anvertrauten. Das ist bei Menschen ebenso wie bei Tieren, Pflanzen oder Dingen wie Spielplätzen oder Hundetoiletten. In Dormagen gibt es viele Arten, als Pate ein Stück weit die Stadt zu verschönern oder das Gemeinwesen zu verbessern. Von Klaus D. Schumilas und Carina Wernig

Als Flüchtlings-Pate dafür sorgen, dass der Alltag der Menschen, die aus Kriegs- und Krisengebieten nach Deutschland geflohen sind, besser funktioniert: Dazu haben sich in Dormagen schon rund 30 Ehrenamtliche bereit erklärt. So wollen auch die Mitstreiter der bald vier "Café Grenzenlos" im Stadtgebiet ehrenamtlich dafür sorgen, dass es den Hilfesuchenden besser geht. Auch bei der Bürgerstiftung Dormagen kümmert sich eine Gruppe mit pädagogisch geschulten Paten mit intensiver Lernbetreuung darum, dass Migrantenkinder den Übergang auf eine weiterführende Schule schaffen. Und auch die Sauberhaft-Paten, die die einzelnen Stadtteile vom Müll befreien, helfen ihrem eigenen Umfeld. So legte Pate Ferdinand Manderscheid im Juni mit anderen Rheinfeldern und Dormagenern am Rhein noch einmal nach: "Dort lag noch viel Müll auf den Wiesen."

Das ausgesprochen große Engagement der Bürgerschaft in Dormagen lobt Erik Lierenfeld: "Das macht mich als Bürgermeister sehr stolz, dass so viele Dormagener sich in den Dienst der Gemeinschaft stellen." Eine Patenschaft zu übernehmen bedeute, sich dauerhaft einzubringen und sich um das Anvertraute zu kümmern.

Eine ausgeprägte Paten-Struktur in Dormagen, die von Bärbel Hildebrand gelobt wird. Die Pressesprecherin des Bundes der Steuerzahler NRW "begrüßt grundsätzlich diese Struktur." Nach ihrer Meinung werde dadurch in einer Stadt "der Gemeinsinn gestiftet. Die Bürger empfinden einen besonderen Zugang zu ,ihrer' Stadt, in der sie so die soziale Kontrolle verbessern". Im Umkehrschluss bedeute ein breitflächiges Paten-System aber nicht, dass "die Stadt aus ihrer Haftung entlassen wird. Beim Beispiel Spielplätze ist sie weiterhin dafür zuständig, dass die Spielgeräte in Ordnung gehalten werden. Paten achten darauf und melden es der Stadt, wenn es dort Probleme gibt". Ihrer Beobachtung nach zeigt sich das Engagement von Bürgern in der Finanznot von Städten stärker. Hildebrand: "Städte wären arm dran, wenn die Bürger sich nicht engagieren würden." Zumal es dadurch auch klare finanzielle Entlastungen gebe, sagt die Sprecherin.

Das Paten-System erfasst alle gesellschaftlichen Bereiche. Da geht es darum, die Leselust und -fähigkeit zu unterstützen. In der Stadtbibliothek sind in den Ferien 35 Schüler aus den gymnasialen Oberstufen und der 10. Klassen der Real- und Gesamtschulen Paten. Sie haben sich freiwillig gemeldet, um beim Leseclub mitzuhelfen. Sie sitzen täglich in der Stadtbücherei und hören die Kinder ab, die ihre Bücher gelesen haben. Hat ein Teilnehmer sein Buch vorgestellt, trägt der Abhörer den Titel und den Stempel in das Logbuch des Kindes ein. Die Paten erhalten nach 16 Stunden Arbeit in der Bücherei eine Praktikumsbescheinigung, die sie ebenfalls auf ihrem Zeugnis vermerken lassen können. Wie der 16-jährige Marc Hoffmann: "Ich wurde durch Werbung in der Schule darauf aufmerksam und habe mir gedacht, da mache ich mal mit", sagt er. Das Tierheim in Hackenbroich wird auch durch Paten unterstützt, die zum Beispiel regelmäßig Hunde ausführen.

Wo die Stadt nicht (mehr) sein kann, springen Dormagener ein. Eine Patenschaft der besonderen Art übernahmen vor sechs Jahren sechs engagierte Familien. Sie kümmern sich ehrenamtlich um den Spielplatz am Max-Reger-Weg. Zu den Aufgaben der Spielplatzpaten um Sprecher Udo Lehmann zählen kleinere Reparaturen an den Spielgeräten, deren Reinigung und regelmäßige Kontrolle. "Die wichtigste Aufgabe ist jedoch, präsent zu sein", sagt der städtische Kinderbeauftragte Klaus Güdelhöfer.

Quelle: NGZ
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