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Dormagen
Straberger gegen Asylheim am Bolzplatz

Dormagen: Straberger gegen Asylheim am Bolzplatz
Jörg Christmann und seine Frau Sonja (v.r.) setzen sich mit anderen dafür ein, dass auf den Straberger Bolzplatz kein Flüchtlingsheim gebaut wird. FOTO: A. Tinter
Dormagen. Viele Straberger um Jörg und Sonja Christmann protestieren gegen die Pläne, eine Flüchtlings-Unterkunft in der Nähe der neuen Sportanlage des FC Straberg zu errichten. Von Carina Wernig

In Straberg soll eine Unterkunft für 80 Flüchtlinge entstehen. Seit der Bürgerversammlung in der Vorwoche stehen zwei Standorte zur Diskussion: neben dem Friedhof und am Sportplatz. Gegen beide Plätze sprachen sich jeweils mehrere Anwohner aus. In der heutigen Ratssitzung geht es ab 17.30 Uhr unter anderem auch um die Festlegung auf die Standorte für Straberg und Gohr, wo gestern Abend die Bürgerversammlung stattfand.

An der Ratssitzung wollen auch zahlreiche Straberger teilnehmen und sich in der Einwohner-Fragestunde äußern: Mit einem Offenen Brief an Bürgermeister Erik Lierenfeld und die Fraktionen des Rates haben sich zwölf Straberger um Jörg und Sonja Christmann gegen diese geplante Flüchtlingsunterkunft am Sportplatz Straberg ausgesprochen. Rechtsanwalt Christmann hat an den gleichen Adressatenkreis ein Rechtsgutachten verschickt, in dem er vom Naturschutz über den Erholungswert bis zum Baurecht mehrere Argumente vorbringt, die seiner Meinung gegen eine Realisierung der Pläne sprechen. "Der Bolzplatz ist offenkundig nicht zulässig als Standort, vor allem da es eine andere Fläche am Friedhof gibt, die zumindest genauso geeignet ist." Er habe gestern eine offizielle Beschwerde nach der Gemeindeordnung vorgebracht, mit der sich der Rat oder einer der Ausschüsse befassen müsse, wie Jörg Christmann gestern erklärte.

Josef Schoos, Vorsitzender des FC Straberg, sieht die Fläche am Friedhof ebenfalls als geeigneter an: "Auf dem alten Bolzplatz möchten wir Speer- und Diskuswerfen anbieten, das können wir dann nicht mehr, wenn direkt daneben Menschen wohnen", erklärte Schoos, der sich überrumpelt von dem plötzlich auftauchenden zweiten Standort fühle. Der Verein wolle sich gern an der Integration der Flüchtlinge durch Sport beteiligen, er sei nur gegen den Standort am Sportplatz. Auch Sonja Christmann fand die "Konfrontation mit der neuen Option überraschend". Sie vermisse die Gründe für die Alternative und sehe den Bolzplatz in Gefahr.

Die Verwaltung werde die im offenen Brief aufgeworfenen Fragen beantworten, versichert Bürgermeister Erik Lierenfeld auf Nachfrage unserer Redaktion. Er weist darauf hin, dass seine Zusage für die neuen Tore für den südlichen Bolzplatz weiter gelte: "Die Unterkunft soll auf der nördlichen, aufgegebenen Fläche des alten Bolzplatzes entstehen." Über flexible Gebäudeanordnung, Wegeverbindung und Zäune sei das Leichtathletik-Angebot trotz der Unterkunft zu sichern, ist er überzeugt.

"Die Verwaltung ist auch von der Politik aufgerufen, alternative Standorte zu suchen", erklärt er, dass mit der Aufgabe des Plans, dauerhafte Unterkünfte in Straberg zu errichten, die alte Bolzplatz-Fläche für eine temporäre Nutzung von drei bis sechs Jahren nun in Frage gekommen sei. "Wegen der Kurzfristigkeit haben wir dem FC Straberg vor der Versammlung den Hinweis gegeben, dass es auch um den Sportplatz geht." Dort sei die Erschließungssituation und Wegeverbindung besser als am Friedhof, weswegen die Verwaltung diesen Standort bevorzuge. "Aber der Rat wird entscheiden", so Lierenfeld.

Quelle: NGZ