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Am Ende brechen die Dormagener ein

Lokalsport: Am Ende brechen die Dormagener ein
Zumindest im Angriff zeigte Jo-Gerrit Genz am Samstag (hier gegen die Hammer Joascha Ritterbach, Markus Fuchs und Marian Orlowski, v.l.) seine wohl beste Saisonleistung, doch gegen einen starken Gegner reichte auch das dem TSV Bayer Dormagen nicht zum Sieg. FOTO: Heinz J. Zaunbrecher
Dormagen. 40 Minuten zeigt Handball-Zweitligist TSV Bayer eines seiner besten Saisonspiele, unterliegt starkem ASV Hamm trotzdem mit 26:32. Von Volker Koch

Es sind oft Kleinigkeiten, die ein Handballspiel entscheiden. Am Samstagabend waren es zwei Fehlwürfe auf Seiten des TSV Bayer Dormagen, die aus der vielleicht besten Saisonleistung des abstiegsgefährdeten Zweitligisten das 26:32 (Halbzeit 12:15) gegen den ASV Hamm-Westfalen und mithin die bisher höchste Heimniederlage dieser Spielzeit machten.

Besonders bitter: Hätten die Dormagener in den Wochen zuvor auch nur annähernd die Leistung aufs Parkett gebracht, mit denen sie 40 Minuten lang den favorisierten Gästen das Leben mehr als schwer machten vor 1426 Zuschauern, sie hätten etliche der verloren gegangenen Duelle mit den direkten Konkurrenten für sich entscheiden können.

So war es nur allzu verständlich, dass Jörg Bohrmann zwischen zwei extremen Gefühlsregungen schwankte: "Mit dem Ende bin ich natürlich überhaupt nicht zufrieden", stellte der Dormagener Trainer mit Blick auf die letzten 14 Spielminuten fest, die mit 9:5 eindeutig an die Gäste gingen. Andererseits durfte der 46-Jährige aber auch unwidersprochen konstatieren: "Insgesamt haben wir wieder einen Schritt nach vorne gemacht." Was ihm sein Gegenüber Nils Pfannenschmidt, dessen Schützlinge jetzt 12:2 Punkte aus den letzten sieben Begegnungen holten, ihm gerne bestätigte: "Lange Zeit habt Ihr das richtig gut gemacht heute."

Aber eben nicht sechzig Minuten lang. Es gab zwei Schlüsselszenen, die dafür sorgten, dass das Spiel aus Dormagener Sicht in die falsche Richtung liefen. Und die erneut aufzeigten, wo das größte Manko der Jungspunde vom Höhenberg liegt: Es fehlt einer, der Ruhe und Ordnung aufrecht erhält, wenn das bis dahin erfolgreiche Spielsystem auseinander zu brechen droht. So einer wie der auch mal beim DHC Rheinland tätige tschechische Nationalspieler Ondrej Zrdahala, der bei den gleichfalls recht jungen Hammern die Zügel in der Hand hält und sich am Ende heimlich, unspektakulär und leise auch noch zum erfolgreichsten Torschützen (7/1) der Gäste aufschwingt.

Knackpunkt eins: die 27. Minute. Dormagen hat von 10:13 auf 12:13 verkürzt, hat nach der Roten Karte gegen Lukas Blohme (Tätlichkeit gegen Pascal Noll) eine 6:3-Überzahl auf dem Feld - doch statt sie in Ruhe auszuspielen und erstmals seit dem 2:2 auszugleichen, scheitert Noll aus viel zu spitzem Winkel an ASV-Torhüter Dennis Doden. "Er hätte niemals werfen dürfen, sondern zurückpassen, um das Spiel in die Breite zu verlagern," sagt Bohrmann. Die Folge des Fehltritts: Die Dormagener sind irritiert, gestatten Hamm drei Treffer in Folge und gehen statt mit einem möglichen Gleichstand mit einem 12:15 in die Kabine.

Knackpunkt zwei: Bayer kämpft sich nach der Pause von 17:20 auf 20:20 (41.) heran, Hamm wirkt verunsichert. "Wir haben alle Vorteile in der Hand, die Halle steht voll hinter uns", sagt Bohrmann. Doch drei Minuten später scheitert Sebastian Damm vom Siebenmeterpunkt am eigens für diesen Strafwurf eingewechselten tschechischen Nationaltorhüter Tomas Mrkva - die Hausherren lassen die Köpfe hängen und geraten innerhalb von fünf Minuten (21:27, 50.) entscheidend auf die Verliererstraße.

"Wir fallen dann regelrecht auseinander", bemängelt Bohrmann, "da fehlt dann auch der Mut und der Zug zum Tor." Als Beleg führt der Trainer an, "dass in dieser Phase bestimmt sieben, acht Mal Zeitspiel gegen uns angezeigt worden ist." Letztlich fehlen ihm dann auch die Alternativen, zumal Peter Strosack und Pascal Noll (siehe gesonderten Bericht) im zweiten Durchgang wegen Verletzung draußen bleiben mussten - Alternativen, wie sie Kollege Pfannenschmidt auf jeder Position und in jeder Situation aufs Feld schicken konnte. So blieb am Ende auch wirkungslos, dass die oft gescholtenen Jo-Gerrit Genz und Mikk Pinnonen ihre wohl besten Saisonleistungen boten - am Ende zählt in dieser Liga nur das Resultat.

Quelle: NGZ
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