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Dormagen
TSV und Karnevalisten mit starkem Wachstum

Dormagen. Die Dormagener Vereine kämpfen gegen Mitgliederschwund. Aber mit Engagement und gutem Angebot gelingt einigen ein positiver Trend. Von Klaus D. Schumilas

Das wahrscheinlich eindrucksvollste Beispiel dafür, wie es einem bis dato eher dahin dümpelnden Verein gelingt, sich komplett neu aufzustellen, ist die Karnevalsgesellschaft Ahl Dormagener Junge, die zurzeit mit Dreigestirn und Tanzgruppe kreisweit on Tour ist: 2007 zählte die KG gerade mal 79 Mitglieder, heute sind es viereinhalb Mal so viele. "Das haben wir über die Jugend geschafft, um die wir uns konsequent kümmern", sagt Vorstandsmitglied Kai Weber. Eine solche Tendenz kann kein anderer Verein vorweisen, aber doch positive Entwicklungen. Dennoch: Alle Vereine und Organisationen erzählen, wie schwierig es ist, neue Mitglieder zu gewinnen.

Mit Abstand Marktführer bei den Mitgliedern ist der TSV Bayer Dormagen. Imponierend: Beim Landessportbund wurden vor einem Jahr 3843 Mitglieder gemeldet. Die aktuelle Abfrage beim Verein ergab eine imposante Steigerung auf 4359. Gerade im Kindes- und Jugendalter sowie bei den über 50-Jährigen ist der TSV aufgrund eines breiten Angebots stark. Wer das Ranking der mitgliederstärksten Dormagener Vereine unter die Lupe nimmt, sieht die Bedeutung der Sportvereine im Stadtgebiet Fünf der ersten Sechs kommen aus diesem Bereich. Mit über 1100 Mitgliedern ist die katholische Frauengemeinschaft (Platz fünf) ein starker Faktor. Die Zahl setzt sich aus sieben Pfarreien zusammen. Dekanatsvorsitzende Renate Krings ist mit dem Stand gar nicht mal zufrieden, "die Tendenz ist rückläufig. Gerade jüngere Frauen sind heutzutage schwer für eine Mitgliedschaft und ein Engagement zu begeistern, weil die Prioritäten oft andere sind." Vor Jahren waren es noch über 1500 Mitglieder.

Schwer hat es auch die Politik. Die beiden großen Parteien, CDU und SPD, können zwar aktuell die Zahlen einigermaßen stabil halten, "aber die Tendenz ist insgesamt schon rückläufig", sagt CDU-Parteivorsitzender Frank Goertz. Bei der Zahl 464 ist ein Großteil der Senioren-Union nicht mitgerechnet, die in ihrer eigenen Organisation beitragsfrei gestellt sind. Zu unterschiedlichen Einschätzungen kommen die Vertreter der beiden großen Schützenvereine: Beim BSV Dormagen spricht Vorsitzender Rolf Starke von einem zu geringen Zulauf bei den Jugendlichen, ein Plus sei bei den Zügen und im Bogensport zu verzeichnen. Detlef Spitzenberg von der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Nievenheim-Ückerath registriert eine leicht steigende Tendenz. "Wir tun auch unheimlich viel dafür. Wir beziehen mit viel Energie die Jugend in die Verantwortung und Führungsarbeit ein. Das zahlt sich jetzt aus." Um rund 120 Mitglieder ist die Bruderschaft in den letzten 20 Jahren gewachsen. Etwas anders ist die Situation bei der DLRG: "Unsere Mitgliederzahl schwankt von Jahr zu Jahr immer etwas", sagt Sprecher Jörg Dittmar. "Meist melden Kinder und Jugendliche sich ab, da sie den Spaß am Schwimmen verloren haben. Aber das gleicht sich mit den Austritten in der Regel aus. Die meisten Mitglieder sind nicht aktiv, sondern fördern die Arbeit der DLRG mit ihrem Mitgliedsbeitrag.

Quelle: NGZ
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