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Analyse
Verzögert Personalmangel Sportprojekte?

Dormagen. In der Sport-Verwaltung steht der Leiter nur zu 25 Prozent zur Verfügung. Dabei steht Dormagen vor dem größten Investitionsprogramm für den Sport seit Jahrzehnten. Von Klaus D. Schumilas

Vor genau einem Jahr formulierte Bernd Lewerenz, Leiter des Sportservice, vor den Mitgliedern des Sportausschusses die Notwendigkeit eines neuen Sportplatzbaus so: "Zons ist unser größter Brandherd." Auch zwölf Monate später ist dieses Feuer nicht gelöscht, nicht auszudenken, wenn die Feuerwehrkräfte dieser Stadt ähnlich langsam arbeiten würden. In der jüngsten Sitzung verpackte Andreas Buchartz, sportpolitischer Sprecher der CDU, seine kritische Haltung in freundliche Worte: "Ich bin überrascht über den Stand des Projekts, ich hatte zu dieser Zeit einen Spatenstich erwartet." Der ist nicht in Sicht. Woran hapert es?

Vielleicht an der knappen Personaldecke im Sportbereich? Auf Nachfrage erklärte Lewerenz, dass er nur 25 Prozent seiner Dienstzeit für den Sport aufwenden könne, die restlichen Stunden gehen an andere Aufgaben innerhalb des Eigenbetriebs der Stadt, zu dem auch der Fachbereich Sport gehört. Eine Viertelstelle für die Sportleitungsstelle in der (vermeintlichen) Sportstadt Dormagen? Kein Wunder, wenn sich etliche Sportpolitiker die Frage stellen, wie eines der anspruchsvollsten Investitionsprogramme, die es in Dormagen für den Sport je gab, umgesetzt werden soll? Aufgrund der offensichtlichen Personalknappheit verteuert sich der Sportplatzbau in der Zonser Heide bereits. Auf stolze 950.000 Euro belaufen sich die Gesamtkosten für Kunstrasenplatz und vier Umlaufbahnen. Darin stecken alleine 125.000 Euro für Planungen, die Externe leisten. In den kommenden Jahren sollen weitere Sportanlagen umgebaut, in Stürzelberg sogar eine komplett neue Sportanlage am Weißen Stein errichtet werden. Als der Ausschuss über den Vermögensplan des Sportbudgets diskutierte, gab Lewerenz offen zu, dass er mit seinem heutigen Stundenkontingent auf auswärtige Planungsbüros nicht verzichten könne. Ein Offenbarungseid, für den Lewerenz selbst nichts kann, der aber die prekäre Situation verdeutlicht. In Zons gibt es bereits lange Gesichter und in Stürzelberg wird befürchtet, dass man sich auf eine spätere Umsetzung ihres Neubauprojekts einstellen muss. Wie wichtig sind der Sport und ihre Vereine in der Stadt?

Diese Frage müsse, so die Haltung der CDU, die Verwaltung, genauer der Eigenbetrieb, beantworten. "Wir erwarten", so Buchartz, "dass dort Freiräume für die Sportprojekte geschaffen werden."

Quelle: NGZ
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