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Dormagen
Zwei Pianistinnen bieten mit vier Händen gute Unterhaltung

Dormagen. Tatsache: Da hatte Olaf Moll, Leiter des Kulturbüros der Stadt Dormagen, eine glückliche Hand: Im vergangenen Jahr wusste er noch nicht so recht, was das Klavierduo "The Queenz of Piano" drauf hatte. In diesem Jahr hat er gleich zwei Abende abonniert und beide waren ausverkauft. Nun gut, Kulturhalle - 199 Plätze. Aber die beiden Pianistinnen, die das Duo "Queenz" bilden, haben in Dormagen eine schnell wachsende Fangemeinde. Heftigen Applaus gab es bereits nach dem ersten Titel, einer jazzige Improvisation über die Anfangstakte einer Beethoven-Sinfonie. Von Hansgeorg Marzinkowski

Beide beherrschen das Piano (in der Kulle gepflegte Flügel) exzellent und mischen in ihr Klavierspiel intelligente Moderationen ein. Die waren allerdings trotz technischem Equipment ab Reihe acht kaum zu verstehen. Das war schade, denn wer hätte nicht gerne gewusst, dass die "Pavane" mit herrlich verhaltenem Groove von Gabriel Faurè stammte. In ihrem temperamentvollen Programm laden die beiden Damen auch zum Mitsingen ein. Das klappt bei einem "Blues" von Louis Armstrong unglaublich gut. "Es sind viele Chorsänger hier", sagt Olaf Moll, der hinzufügt, dass Chöre beim Kartenverkauf bevorzugt wurden. Eine schöne Geste für eines der wertvollsten Ehrenämter!

Unabhängig davon mischen die beiden "Queenz" in ihr Programm auch abstruse Inhalte. Zwei Top-Pianistinnen, die Roy Black die Ehre geben - das war nicht erwartet worden. Im kabarettistischen Duktus, den beide Pianistinnen versuchen, erreichen sie ihr (vermutliches) Vorbild "Salut Salon" aus Köln nicht. Die vier Damen, die Klassik light zelebrieren, haben soeben den "Echo 2016" gewonnen. Daran müssen die "Queenz" noch arbeiten. Was wirklich irritiert: Da spielen die beiden perfekten Tastenkünstlerinnen von Johann Sebastian Bach einen Choral mit anschließender vierstimmiger Fuge und reduzieren im Anschluss Mozarts "Türkischer Marsch" zum Gaudi. Da war es "Time, to say Goodbye".

Letztlich konnte auch nicht mehr der Song "Viva la vida" der britischen Rock-Pop-Band "Coldplay" versöhnen. Anne Folger und Jennifer Rüth boten gute Unterhaltung, sollten sich aber mehr auf ihre eigentliche Profession, nämlich ihr exzellentes Klavierspiel, konzentrieren.

Quelle: NGZ
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