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Düsseldorf
10.000 Kunden in einer Stunde auf der Schadowstraße

Düsseldorf: 10.000 Kunden in einer Stunde auf der Schadowstraße
Nachmittags sind auf der Schadowstraße in diesen Wochen so viele Kunden unterwegs wie vorher lange nicht. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Die Einkaufsstraße in Düsseldorf ist bei einer aktuellen Studie erstmals seit 2006 wieder in den Top 10 der meistbesuchten Shoppingmeilen gelandet. Die Zukunft sieht für den Handel dort noch rosiger aus. Von Nicole Lange

Die Händler an der Schadowstraße haben schwierige Zeiten hinter sich. Viele Jahre lang war die Einkaufsstraße eine der gefragtesten deutschlandweit gewesen - dann kamen die Arbeiten für die Wehrhahnlinie und damit die großen Baustellen. Zwischenzeitlich war die Schadowstraße nicht einmal mehr innerhalb Düsseldorfs der beliebteste Platz zum Einkaufen, die Flinger Straße in der Altstadt wurde für viele - besonders jüngere - Kunden zur Alternative. Eine aktuelle Untersuchung des Immobilienunternehmens JLL zeigt nun: Die Schadowstraße ist wieder deutlich im Aufwind. In einem bundesweiten Ranking der Passantenfrequenz landete sie auf Rang neun. Sieger ist die Kaufingerstraße in München vor der Frankfurter Zeil und der Schildergasse in Köln.

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Für die Erhebung wurden in den 170 wichtigsten deutschen Einkaufsstraßen zeitgleich die Passantenströme gezählt - samstags zwischen 13 und 14 Uhr, also zur besten Shoppingzeit. Auf der Schadowstraße waren in diesem Zeitraum 10.080 Menschen unterwegs, und damit deutlich mehr als im Schnitt der vergangenen neun Jahre (7992). Sehen Sie hier das Ranking der top zehn Einkaufsstraßen in NRW.

Als wichtigsten Grund für die positive Entwicklung sehen die Experten den Rückbau der U-Bahn-Baustellen, der den Kunden wieder mehr Raum zum Flanieren lässt. Zudem haben sich zahlreiche Geschäfte bereits mit aufwendigen Umbauten aufgehübscht und sich so auf die Zeit vorbereitet, wenn die U-Bahn tatsächlich in Betrieb ist. Neueröffnungen wie die der vor wenigen Wochen in Düsseldorf gestarteten Mode-Kette "Forever 21" sorgen ebenfalls für mehr Zulauf besonders von jüngeren Kunden.

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Das Potenzial der Straße ist damit aber bei weitem noch nicht ausgeschöpft, wie Marcel Abel, Düsseldorfer Niederlassungsleiter bei JLL, deutlich macht: "Die Schadowstraße kann künftig noch viel stärker werden." Denn wenn die Straßenbahnen von der Oberfläche verschwunden sind und die Schadowstraße als Fußgängerzone neu gestaltet wird, dürften die Zahlen weiter in die Höhe gehen. Der Kö-Bogen II wird neue Laufwege schaffen, auch weitere Geschäfts-Eröffnungen sind zu erwarten. Zumindest eine davon steht bereits fest: Der Sportartikel-Händler Sport-Scheck soll an der Schadow-/ Ecke Bleichstraße eröffnen.

Auch in den vergangenen Monaten hat es auf der Straße einige Bewegungen gegeben, einen auffällig hohen Leerstand sieht Abel aktuell aber nicht. Mancher Vermieter überlegt möglicherweise, ob er zu den aktuellen Bedingungen langfristig vermietet oder damit lieber noch eine Weile wartet, bis die Aufwärtsentwicklung entsprechend weiter fortgeschritten ist.

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Der Experte rechnet auch damit, dass umliegende Straßen ebenfalls von der weiteren Entwicklung profitieren werden. "Die Klosterstraße könnte zu einer Art Gastro-Meile werden", so Abel: Dort seien die Mieten niedriger als an der Schadowstraße und damit auch für kleinere Konzepte bezahlbar.

Quelle: RP
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