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Düsseldorf
Ausraster nach Urteil bringt neues Verfahren

Düsseldorf. Sie schrie wie eine Furie, drohte und stieß üble Beleidigungen aus. Fünf Justizkräfte waren am Donnerstag nötig, um eine 41-Jährige vor dem Amtsgericht zur Raison zu bringen, die wegen eines Rache-Akts gegen ihren Ex-Freund (53) angeklagt war. Im März hatte sie in Oberkassel mit ihrem Geländewagen das parkende Aston-Martin-Coupé ihres Ex-Freundes absichtlich gerammt.

Zu Prozessbeginn vor einer Woche war sie schon laut und ausfällig geworden. Doch am Donnerstag, als das Urteil über sie fiel, rastete sie aus.

Den Staatsanwalt hat sie beleidigt ("Wo haben Sie Ihr Diplom gekauft?"), ihrem Ex-Freund schrie sie das A-Wort hinterher. Und auch den Richter hat sie so tituliert. Das brachte ihr prompt in neues Strafverfahren ein.

"Bestrafen Sie mich, dann straft Sie Gott", schrie sie den Richter an und verkündete: "Ich mache noch mehr kaputt!" Den Streit mit dem Ex-Freund über das Ende der Partnerschaft sei "Privatsache und ich befehle Ihnen, sich da rauszuhalten", schrie sie.

Als sie dem Ex-Freund im Zeugenstand noch drohte, "wenn Du lügst, komme ich Dir rüber", schlug der Richter Alarm. Fünf Justizkräfte waren nötig, um die Tobende aus dem Saal zu führen. Der Mann sagte dann, er habe sie nach der Trennung 2014 in seiner Wohnung weiter wohnen lassen, als sie dann aber seine Mutter bedroht und beleidigt habe, hat er das Mietverhältnis gekündigt. Das war laut ihrem Geständnis der Grund, dass sie zu seinem geparkten Luxus-Auto fuhr, es mutwillig rammte.

An den Autos entstanden Schäden von 8000 Euro. Doch weil die Frau im Prozess dauernd herumschrie, wurde gegen sie 390 Euro Ordnungsgeld verhängt, sie ist wegen der Sachbeschädigung nun den Führerschein los, bekam sechs Monate Bewährungsstrafe und muss zudem 200 Stunden Sozialarbeit leisten. Das quittierte sie mit der nächsten Beleidigung des Richters.

(wuk)
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