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Düsseldorf
Das bunteste Gelände der Stadt

Düsseldorf: Das bunteste Gelände der Stadt
Der Mittelpunkt des Areals am Steinberg sind die Rheinbahn-Hallen. In der Nähe verlaufen Kopernikusstraße (oberer Bildrand), Himmelgeister Straße (rechts), Am Steinberg (unten) sowie Merowingerstraße (links). FOTO: Christoph Reichwein
Düsseldorf. Im ehemaligen Bahndepot Am Steinberg treffen sich Balletttänzer, Karnevalisten und Bahn-Nostalgiker. Und vielleicht bald viele mehr: Wir erklären, wer welche Gebäude nutzt und was noch entstehen könnte. Von Arne Lieb

Der Steinberg ist ein besonderes Gelände. Es zählt zu den spannendsten Entwicklungsflächen der Stadt. Vor fünf Jahren hat die Rheinbahn das Depot aufgegeben, seitdem wird um die Zukunft des 10.000 Quadratmeter großen Areals in Innenstadtlage gerungen. Am Steinberg trifft sich zudem eine Reihe von ganz besonderen Nutzern. Eine Übersicht zu den vielen Debatten:

1 Balletthaus Der damalige Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) kündigte vor zwei Jahren an, dass am Steinberg ein neues Viertel mit einem Mix aus Wohnen, Gewerbe und Kultur entstehen soll. Davon ist bislang wenig zu sehen. Wenigstens ein neuer Kulturnutzer ist schon da: Die Tanzcompagnie der Oper probt seit dem vergangenen Sommer auf 3000 Quadratmetern im Balletthaus. Der Neubau war politisch umstritten, weil die Stadt ihn als öffentlich-private Partnerschaft finanzierte.

2 Umweltzentrum In den Gebäuden neben dem Balletthaus sind unter anderem die Naturschützer des BUND ansässig, aber auch das Archiv des Theatermuseums und ein Fotograf. Früher saß dort auch der NABU. Es wurde mal diskutiert, dort Wohnungen zu errichten - aber das gehört zu den ungeklärten Fragen.

3 Wagenbauhalle Im ehemaligen Busdepot der Rheinbahn residieren die karnevalistischen Wagenbauer um Jacques Tilly. Sie haben die Zusage der Stadt, dass sie bleiben dürfen, was auch immer mit dem Rest des Areals geschieht. Allerdings stehen größere Sanierungen an.

4 Wohn- und Gewerbebau Die Rheinbahn ist dabei, ihren Geländeteil an eine Investorengruppe um den Architekten Karl-Heinz Petzinka zu verkaufen. Diese plant auf dem Areal eine Mischung aus Gewerbe und Wohnen mit einem besonderen Entwurf: Die Halle, in der die Oldtimer lagern, soll abgerissen und neu errichtet werden, dann ergänzt um Wohngeschosse. Da die Rheinbahn vor einer Woche ihre kurzzeitigen Überlegungen begraben hat, das Depot doch wieder zu nutzen, ist der Weg für den Verkauf frei. Allerdings sind für eine Umwidmung des Bahnareals zu einem Wohnquartier rechtliche Hürden zu meistern - das wird noch dauern.

5 Historische Wagenhallen Das Kernstück des Steinbergs sind die denkmalgeschützten Hallen, in denen früher die Straßenbahnen standen. Eigentlich sollen dort Ateliers für Absolventen der Kunstakademie entstehen, allerdings hakt das Projekt an internen Querelen in der Akademie. Rektorin Rita McBride ist erklärtermaßen kein Anhänger der Idee, andere Kräfte in der Hochschule drängen auf eine Umsetzung. Sollte die Akademie sich entschieden haben, muss auch die Stadt Farbe bekennen: Das Land hat eine Förderung von sieben Millionen Euro in Aussicht gestellt, allerdings muss die Stadt einen Anteil leisten. Die Rede ist von einer Million Euro. Auch diese Debatte kann noch dauern - falls die Ateliers überhaupt jemals kommen.

6 Oldtimer-Depot Ein bisschen Rheinbahn bleibt im Steinberg. Das Unternehmen lagert seine historischen Modelle in der Halle an der Straße Am Steinberg und möchte dauerhaft einen Anschluss ans Netz behalten. Der Verein "Linie D" kümmert sich um die Fahrzeuge. Da die Oldtimer umgezogen sind, hat die Rheinbahn nun mehr Platz auf ihrem Betriebshof in Lierenfeld.

Quelle: RP
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