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Düsseldorf
Der große Gaslaternen-Informationstag

Düsseldorf- Sondersitzung zu Gaslaternen
Im Henkel-Saal wurden die Bezirkspolitiker von der Stadtverwaltung informiert, im hinteren Teil des Saals protestierten Gaslicht-Befürworter. FOTO: David Young
Düsseldorf. Im Vorfeld der Entscheidung zur Zukunft der Gasbeleuchtung kamen alle Bezirkspolitiker zur Sondersitzung zusammen, im Anschluss gab es einen Info-Abend. Erst 2016 werden die Details festgelegt - die Bürger sollen mitreden. Von Tim Harpers und Arne Lieb

Erstmals in Düsseldorf sind am Montagnachmittag alle zehn Bezirksvertretungen mit ihren rund 190 Mitgliedern zu einer gemeinsamen Sitzung zusammengekommen, im Anschluss informierte die Stadt interessierte Bürger über ihre Pläne. Es geht um das Konzept zur Zukunft der Gaslaternen, über das seit Jahren gestritten wird und das nun am 10. Dezember vom Stadtrat beschlossen werden soll. Demnach sollen rund 4000 der heute 14.600 Gaslaternen erhalten, der Rest auf den Betrieb mit LED- oder anderen elektrischen Lampen umgerüstet werden. Vor der Tür und im Henkel-Saal protestierte die Bürgerinitiative gegen das Vorhaben, die alle Gasleuchten erhalten will. "Nur arme Lichter sind gegen Gas" oder "Led it be", stand auf ihren Plakaten.

Debatte um Gaslaternen

Der Andrang zum Info-Abend hielt sich in Grenzen. Nur rund 80 Besucher folgten der Einladung - überraschend angesichts der Vehemenz, mit der über das Thema diskutiert wird. Mitarbeiter der Stadtverwaltung um Verkehrsdezernent Stephan Keller erläuterten die Gründe für die geplante Umrüstung. Stadt und Stadtwerke führen insbesondere hohe Betriebskosten, schlechtere Lichtqualität und steigende rechtliche und technische Anforderungen an das Gaslicht an. Zugleich soll ein Teil der Beleuchtung langfristig gesichert werden. "Das ist ein tragfähiger Kompromiss zwischen Erhaltungsinteresse und moderner, effizienter Straßenbeleuchtung", so Keller.

Auch die Bezirksvertreter waren zuvor nur informiert worden, das Thema wird in den kommenden Wochen in den Stadtbezirken noch einmal auf der Tagesordnung stehen. Sie äußerten insbesondere Fragen zu den Kosten. Der Bund der Steuerzahler hatte die Stadt Düsseldorf kritisiert, mit geschätzten Umrüstkosten von 4000 bis 5500 Euro pro Laterne deutlich zu niedrig zu kalkulieren. Keller widerspricht diesem Vorwurf.

Hier gibt es Gaslaternen in Düsseldorf FOTO: Schnettler

Das angeführte Beispiel aus Lohausen mit Kosten von mehr als 10.000 Euro pro Laterne sei ein Ausreißer gewesen, da dort eine neue Technik ausprobiert worden war. Er betont zudem, dass auch in jede Gaslaterne durch höhere rechtliche Anforderungen in den kommenden Jahren Investitionen in Höhe von 3500 Euro nötig seien. "Nach viereinhalb Jahren hat sich die Umrüstung amortisiert." Wahrscheinlich werden die Kosten auf Anwohner umgelegt, die Stadt prüft eine alternative Finanzierung.

Das andere mehrfach angesprochene Thema war die Frage, wo das Gaslicht genau bleiben soll. Geplant sind "Erhaltungszonen". Sie sollen entstehen, wo auch die Wohnbebauung als städtebaulich erhaltenswert gilt. Die Details werden erst 2016 festgelegt. Dabei sollen Bürger und Bezirksvertretungen mitreden. "Es ist unsere Aufgabe, die Bürger dabei ernstzunehmen", sagte Sönke Willms-Heyng (FDP, Stadtbezirk 7). Keller wies aber darauf hin, dass es jeweils Gründe für den Erhalt geben muss und am Ende der Rat entscheidet. "Es wird keine Einzelabstimmung pro Straße geben."

Auch zwei Gaslicht-Befürworter durften Stellungnahmen abgeben. Hermann-Josef Piepenbrock zweifelte an den Zahlen, mit denen die Stadt argumentiert, Georg Schumacher warb dafür, die kulturelle Bedeutung des Gaslichts nicht zu unterschätzen. "Wir können uns darum bewerben, dieses Wahrzeichen der Stadt als Unesco-Weltkulturerbe schützen zu lassen."

Kampf um Gaslaternen
Quelle: RP
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