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Düsseldorf
Ein Kinderprinzenpaar aus dem Süden

Düsseldorf: Ein Kinderprinzenpaar aus dem Süden
Für ihre Robe von Philippe Carouge durfte die Kinderprinzessin der Prinzengarde Rot-Weiss sogar Wünsche äußern. FOTO: Anne Orthen
Düsseldorf. Luis Laumen aus Himmelgeist ist der neue Kinderprinz der Prinzengarde Rot-Weiss. Er ist Messdienerleiter in Himmelgeist, reitet und tanzt gerne.

Der junge Karnevalist sieht seinen Aufgaben als Düsseldorfer Kinderprinz in der Session gelassen entgegen. Luis Laumen (16) fühlt sich wohl im Ornat, und auch die Lackschuhe sind für Prinz Luis I. nicht mehr gewöhnungsbedürftig. "Ich habe einfach Spaß am Karneval und freue mich über die Gemeinschaft", sagt er. Laumen ist seit drei Jahren Mitglied in der Prinzengarde Rot-Weiss, aber nicht verwandt oder verschwägert mit CC-Präsident Michael Laumen. Die Freude am Karneval begann für den Himmelgeister früh im Verein, und er tanzte in der Kindergarde. Jetzt wird er 50 bis 60 Auftritte an der Seite seiner Venetia Lucia absolvieren.

Für Luis stand schon früh fest, dass er gerne Prinz werden möchte. Besonders freut er sich auf ein Ereignis: "Rosenmontag auf dem Wagen finde ich toll", sagt er. Erfahrungen mit dem Rosenmontagszug sammelt er bereits in der vergangenen Session. Da war er auf dem Pferd unterwegs. "Ich reite seit meinem achten Lebensjahr", sagt er. Der Weg hoch zu Ross im Reiterkorps der Prinzengarde verlangte viel Konzentration. "Aber es ist einfach schön, durch Düsseldorf zu reiten", sagt er. Jetzt wechselt der junge Mann, der das Freie Christliche Gymnasium besucht, die Perspektive und ist 2018 auf dem Wagen im Zug unterwegs.

Luis, der als kleiner Junge warm verpackt im Löwenkostüm Karneval feierte oder sich als Cowboy unter das närrische Volk mischte, engagiert sich heute nicht nur in der Prinzengrade, sondern auch bei der St. Sebastianus Schützenbruderschaft in Himmelgeist. "Nach meiner Kommunion bin ich in Himmelgeist Messdiener geworden", sagt der Kinderprinz. Dort ist er heute Messdienerleiter in der Seelsorgeeinheit Düsseldorfer Rheinbogen und betreut den Nachwuchs in der Nikolauskirche.

Für den jungen Karnevalisten stehen jetzt aber erst einmal die Aufgaben als Kinderprinz im Vordergrund. Auf der Bühne präsentieren beide ihr Prinzenpaarlied, bei dem in Anlehnung an einen Song der Fetzer auch Bierdeckel fliegen. "Da haben wir eigene mit einem Bild von uns", sagt Luis Laumen.

Einen eigenen Karnevalsorden bringen Prinz Luis I. und seine Venetia natürlich auch mit. Unter anderem ist auch das Benrather Schloss zu sehen. Designt hat ihn seine Mutter Fatima Carrasco. "Das habe ich mir so gewünscht" sagt er. Außer den Düsseldorfer Motiven trägt er für den Prinz ein kleines Hufeisen und für die Prinzessin einen Radschläger. Raffiniert sind die Anfangsbuchstaben der beiden in den Orden eingefügt.

In den kommenden Wochen sind beide häufig unterwegs. Neben vielen Auftritten in Düsseldorf geht es nach Bonn, Dülken und Duisburg. "Es können dann am Tag auch mal vier bis fünf Auftritte sein", sagt Luis Laumen. Für den jungen Mann, der gerne und immer lacht, ist das kein Problem. Das passende Ornat ist übrigens eine Leihgabe vom Vorsitzenden der Prinzengarde Rot-Weiss, Dirk Kemmer. Da Luis 1,80 Meter groß ist, passt sie ihm bestens.

Simona Meier

Vor vier Jahren bewarb sich Lucia Hartl aus Wersten als Karnevalsprinzessin. Sie hat kaum Lampenfieber und viel Spaß an ihren Auftritten für die Prinzengarde der Stadt Düsseldorf.

Lucia Hartl (12) muss lächeln, sie ist nicht plötzlich Prinzessin. Sie liebte die Verkleidung schon, als sie klein war. Und auch der Karneval gefiel ihr früh. "Ich bin jetzt im sechsten Jahr bei der Prinzengarde aktiv", sagt sie. Der Spaß am Tanzen weckte die Lust auf den Karnevalsverein. Lucia tanzt seit neun Jahren Ballett. Doch sie hatte Lust auf noch mehr Tanz. Mittlerweile bringt sie es auf über 300 Auftritte, deshalb ist sie auch im neuen Amt als Kinderprinzessin selten aufgeregt. Bereits vor über drei Jahren bewarb sie sich mit einem Steckbrief als Venetia.

In diesem Jahr wurde ihr Wunsch dann wahr. Einziger Nachteil der neuen Aufgabe: Sie tanzt etwas weniger als sonst. Die Venetia hat andere Aufgaben. Trotzdem ging für die Schülerin des Görres-Gymnasiums ein Traum in Erfüllung: "Es ist toll, zu sehen, wer alles den Karneval liebt und die Garde zu repräsentieren", sagt sie. Lampenfieber habe sie selten, auf die 50 bis 60 Auftritte in dieser Session freut sie sich. "Am meisten natürlich auf den Rosenmontagszug", sagt sie. Doch bis dahin stehen die Sitzungen an, denen sie entgegenfiebert. Schule und Karneval könne sie gut kombinieren: "In der vergangenen Session hatte ich meine beste Note in Mathe mitten im Karneval", sagt sie. Dass es schon am Veilchendienstag für sie auf Skifreizeit mit der Schule geht, liegt noch in weiter Ferne.

Eine Stylistin braucht die Kinderprinzessin nicht. Sie kümmert sich selbst um ihr Aussehen für die Auftritte. Auch komplizierte Flechtfrisuren gehören dazu. "Die sind ja gerade in", sagt sie. Ein bisschen Schminke darf sein und das besondere Kleid von Philippe Carouge.

Der Designer stattete die Kindervenetia mit dem rot-weißen Kleid aus. Sie durfte sogar Wünsche äußern. Ein kleiner Gürtel und ein längeres Spitzenoberteil mit kurzen Ärmeln wählte sie mit aus. Erstmals schlüpfte sie zur Kinderprinzenpaarkürung im November in die neue Robe. Ein weiterer Höhepunkt, auf den sich Lucia freut, ist der Kinderkarneval am 21. Januar in den Rheinterrassen. Mit Prinz Luis ist sie Teil der 45-köpfigen Kinderprinzengarde. Im Januar feiert sie in der Session ihren 13. Geburtstag. Für sich selbst dokumentiert sie die Erlebnisse mit Handyfotos.

Wassermelone, Lasagne und Paella gehören zu den Lieblingsspeisen von Lucia Hartl. Die sportliche Karnevalsprinzessin nahm bereits einmal am Düsseldorfer Radschläger-Turnier teil und kam dort eine Runde weiter. Deswegen ziert ein kleiner Radschläger den Karnevalsorden, den das junge Prinzenpaar aus dem Düsseldorfer Süden bei seinen Auftritten verleiht.

Quelle: RP
 
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