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Düsseldorf
Hilfe für den kleinen Saidjon

Düsseldorf: Hilfe für den kleinen Saidjon
Vor vier Wochen ist der siebenjährige Saidjon zur Behandlung seiner Verbrennungen ins Florence-Nightingale-Krankenhaus nach Kaiserswerth gekommen. FOTO: Umbach
Düsseldorf. Mit schweren Verbrennungen wurde ein Junge aus Tadschikistan am Florence-Nightingale-Krankenhaus behandelt. Der Siebenjährige kam mit einem Hilfsflug des Friedensdorfs International nach Deutschland. Mit Hilfe von Spenden ermöglicht die Kaiserswerther Diakonie Einsätze dieser Art. Von Ananda Milz

Das Lächeln von Saidjon ist zaghaft, und auch sein Blick verrät noch manche Skepsis. Doch trotz des dicken Verbands am Kopf ist der kleine Junge aus Tadschikistan inzwischen wieder wohlauf.

"Als er vor vier Wochen zu uns kam, hatte er starke Schmerzen und schwere Verbrennungen an Kopf, Rücken und Beinen", sagt Jutta Liebau, Chefärztin für Plastische Chirurgie am Florence-Nightingale-Krankenhaus in Kaiserswerth. Da der Junge in seinem Heimatland nicht hinreichend medizinisch versorgt werden konnte, kam er mit einem Hilfsflug des Friedensdorfs International nach Deutschland.

Nothilfefonds für Kinder

Die Kaiserswerther Diakonie behandelt Kinder aus Krisengebieten bereits seit zwei Jahren über einen Nothilfefonds – dabei wird eine Hälfte der Kosten über Spenden finanziert, die andere Hälfte trägt das Krankenhaus. Die Patienten kommen aus Angola, Afghanistan, Usbekistan oder Tadschikistan – "alles Fälle, die dringend notwendige Spezialbehandlungen benötigen", erklärt Selma Reese, Pressesprecherin des Hauses.

Im Fall von Saidjon war es eine Hauttransplantation. "In seiner Heimat musste er wohl gut ein Jahr mit seinen schweren Verletzungen leben", schätzt Liebau. In zwei großen OPs hat die Chefärztin mit ihrem Team Hautverpflanzungen vorgenommen und Narben gelöst, durch die Saidjon sein linkes Bein nicht mehr strecken konnte. "Die Verletzungen waren zum Teil so schmerzhaft, dass wir den Wundverband nur unter Narkose wechseln konnten."

Inzwischen sind die Hauttransplantate angewachsen, so dass nur noch kurze Verbandswechsel zur Entfernung der Klammern nötig sind. Auch ist der Appetit des Siebenjährigen zurückgekehrt, und er verfolgt fasziniert das Kinderprogramm im Fernsehen.

"Er hat sich eindrucksvoll entwickelt", sagt Liebau. Denn als der Junge nach Kaiserswerth kam, habe er kein Wort gesprochen und nichts gegessen. Ein großes Problem für Ärzte und Pfleger war natürlich die Kommunikation. "Keiner von uns hier spricht seine Sprache. Wir haben es auch mit Persisch versucht, was dem Tadschikischen sehr ähnlich sehen soll", berichtet Reese. Aber nichts habe geholfen. Doch irgendwann habe Saidjon die wichtigen Sätze auf Deutsch plötzlich verstanden. "Das geht bei Kindern erstaunlich schnell", sagt Liebau.

6000 Euro für die Behandlung

Aktuell belaufen sich die Kosten für Saidjons Behandlung auf 6000 Euro. Je nach Bedarf kann das Krankenhaus bis zu 25 000 Euro mittels Nothilfefonds bereitstellen. Auf diese Weise konnte allein die Plastische Chirurgie im Vorjahr drei Kinder aus Krisengebieten operieren und behandeln. "Die Bürger reagieren sehr positiv auf unsere Spendenaufrufe", erklärt Pfarrer Matthias Dargel, Sprecher des Vorstands der Kaiserswerther Diakonie. "An den bisherigen Behandlungserfolgen sehen die Spender ja, wie viel Gutes sie damit tun können."

Für den genesenen Saidjon geht es jetzt erst einmal in das Friedensdorf nach Oberhausen. Dort wartet er mit anderen Kindern aus Tadschikistan auf den nächsten Hilfsflug zurück in seine Heimat und zu seinen Eltern.

Quelle: RP
 
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